So wie jedes Jahr Ende August haben sich auch dieses Jahr die Notenbanker und ein paar Bankökonomen, Wissenschaftler und Journalisten in Jackson Hole im US- Staat Wyoming getroffen. Bei diesem „Economic Policy Symposium“ wird über Strategien, Sorgen und Nöte der Notenbanker und Währungsbehörden diskutiert; EZB- Chef Mario Draghi war übrigens nicht eingeladen. Hauptthemen waren dieses Mal, weltweit neue Wege und Möglichkeiten zur Ankurbelung der Wirtschaft zu finden, aber auch zu klären, ob die alten Vorgangsweisen noch wirksam genug sind, die gegenwärtigen Probleme zu lösen. Die Zentralbanker machen sich Sorgen, weil die globale Konjunktur nicht und nicht auf Touren kommen will. Trotz niedriger oder sogar negativer Zinsen gibt es kaum Wirtschaftswachstum und auch die Inflation bleibt auf extrem tiefem Niveau. Die Geldpolitik der Notenbanken hat augenscheinlich ihren Einfluss auf die Inflations- und Konjunkturentwicklung großteils verloren. Das sieht man mit erschreckender Deutlichkeit bei der EZB unter Mario Draghi: Seine Maßnahmen greifen nicht, werden aber die EU ruinieren, wenn das so weitergeht. Die Wirtschaft zögert mit Investitionen, weil nicht an einen Aufschwung geglaubt wird. Die Geldpolitik funktioniert aber nur, solange das Märchen vom immerwährenden Wirtschaftswachstum noch geglaubt wird und die Wirtschaft wächst.

Die Zentralbanker wollen ihre Politik der Negativ- und Strafzinsen fortsetzen, solange es keinen Aufschwung gibt. Das wiederum ist auf Dauer nur mit einem Bargeldverbot durchzusetzen und darüber wurde ebenfalls offen diskutiert. Mit einem Bargeldverbot würde ja verhindert, dass Bankkunden ihr Geld abheben und irgendwo bunkern können und auf diese Weise den Negativzinsen entkommen. Geld, das die Banken aber haben wollen und ohne Bargeld könnte eine Zinspolitik nach Lust und Laune praktiziert werden. Die Zentralbanker sind jedenfalls ratlos. Sie wissen nicht weiter und geben der Politik die Schuld. Sie fordern umfangreiche staatliche Ausgabenprogramme, die die Staaten aber noch viel mehr verschulden würden.

Die Verlierer sind auf jeden Fall die Staatsbürger. Sie verlieren jetzt wegen der Nullzins- Politik ihr Geld auf den Sparkonten; sie verlieren ihre Altersvorsorge, weil Pensionskassen und Versicherer keine Erträge mehr erwirtschaften können, sie riskieren Altersarmut und sie müssen irgendwann auch für die Staatsschulden aufkommen.

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