Die Franzosen haben Probleme. Das alleine wäre keine Zeile wert, das weiß jeder. Schlimmer ist, sie haben ein bestimmtes Problem und das heißt Hollande. In Frankreich gibt es ja im Frühjahr 2017 die Präsidentschaftswahl und gegen den amtierenden Präsidenten, Monsieur Hollande also, sprechen sich 88 Prozent der Franzosen aus. Bei den Anhängern des eigenen, linken Lagers sind es 72 Prozent und bei den konservativen  gar 92 Prozent, die sich gegen eine neuerliche Kandidatur des amtierenden Präsidenten aussprechen. So fürchterliche Umfragewerte hatte noch kein französischer Präsident in der jüngeren Geschichte. Hollande hat sich noch nicht entschieden, ob er nochmals kandidiert; nach jetzigen Umfragen würde er jedenfalls schon im ersten Wahlgang hochkant hinausfliegen. Bei den Republikanern will Ex- Präsident Sarkozy wieder zur Wahl antreten. Er will als Hardliner auftreten und mit Maßnahmen gegen Terroranschläge punkten, um wieder in den Elysee- Palast zu kommen. Allerdings hat auch er ein massives Problem; die Staatsanwaltschaft will ihn vor Gericht bringen. Sie wirft ihm illegale Wahlkampffinanzierung vor, nämlich bei seiner erfolglosen Wiederwahlkampagne 2012, bei der er dann gegen Hollande verlor. Es gab auch immer Gerüchte, dass Sarkozy sogar Gelder vom libyschen Machthaber Gaddafi für den Wahlkampf bekam.

Wenn also Hollande chancenlos und Sarkozy durch die Staatsanwaltschaft verhindert wird,könnte die große Stunde der Chefin des Front National, Marine Le Pen, schlagen. Ihre Umfragewerte sind seit langer Zeit schon sehr gut, sie liegt weit vor Hollande und Sarkozy. Aber da gibt es noch Alain Juppe. Der 70- jährige Bürgermeister von Bordeaux aus dem konservativen Lager führt in den Umfragen und gilt als Hoffnungsträger für viele Franzosen. Er soll Marine Le Pen schlagen. Ihr Front National wird ja als äußerst Rechts eingestuft und deswegen in der EU und auch in Frankreich von allen anderen Parteien boykottiert.

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