Die Finanzkrise ist nicht beigelegt, sie lauert nur darauf, mit voller Wucht wieder zuzuschlagen. In Italien beispielsweise wird das Problem der „faulen Kredite“ von Tag zu Tag größer. 360 Milliarden sollen es schon sein oder vielleicht sogar noch mehr; so genau weiß das keiner und einige Banken taumeln schon direkt am Rande des Abgrundes, der Aktienhandel der Bank Monte dei Paschi wurde vor einigen Tagen wieder einmal ausgesetzt. Im schlimmsten Fall würde auch die Bank Austria als Tochter einer maroden italienischen Großbank straucheln. Angeschlagen ist aber so gut wie der ganze Bankensektor und das geht teilweise zurück auf EZB- Maßnahmen. Wie schaut es da in Deutschland aus, der Wirtschaftslokomotive der EU? Die größte Bank des Landes, die „Deutsche Bank“, hat massive Probleme. Dieses Geldhaus sorgt seit längerer Zeit immer wieder für negative Schlagzeilen. Dieses Mal heißt es, eine angekündigte Strafe der US- Regierung in Höhe von 14 Milliarden Dollar könne von der Bank nicht bezahlt werden. Das wird sicher noch herunter gehandelt, aber diese Größenordnung könnte die US- Regierung tatsächlich für die Verschleierung von Risiken bei US- Anlegern von der Deutschen Bank kassieren. Damit wäre aber die DB (Deutsche Bank) maßlos überfordert, da sie nur etwa 3 Milliarden an Rückstellungen für diese Strafzahlung aufbringen könnte. Der Aktienkurs der DB ist seit längerer Zeit nur mehr am Fallen und erreicht laufend neue Tiefststände. Es könne laut Experten eine (Teil-) Verstaatlichung der größten deutschen Bank nicht mehr ausgeschlossen werden. Die DB ist eine der größten Banken Europas und somit „Too big to fail“ (zu groß, um zu scheitern), sie würde also auf jeden Fall gerettet werden. Trotzdem würde das in der europäischen Bankenlandschaft ein Erdbeben auslösen.

Die US- Regierung hat es sich in den letzten Jahren zur schlechten Gewohnheit gemacht, wegen aller möglichen Delikte Milliarden- Strafen zu verhängen. Ob das bei Banken z. B. BNP Paribas oder eben die Deutsche Bank ist oder bei Unternehmen der VW- Konzern, bei Verstößen gegen US- Recht wird gnadenlos kassiert. Ob das auf der „Stärke des Rechts“ erfolgt oder auf dem „Recht der Stärke“, spielt eine eher untergeordnete Rolle. Ausländische Unternehmen sollen auf diese Weise mit dazu beitragen, das riesige Loch im US- Haushaltsdefizit ein wenig zu verkleinern.

Advertisements