Nachdem das Bundesheer über lange Jahre sehr stiefmütterlich behandelt wurde, abgeschafft und auf ein Berufsheer umgestellt werden sollte, auf eine Söldnerarmee sozusagen, und vom vorigen „Kriegsminister“ systematisch zu Tode gehungert werden sollte, wird nun alles anders. Klugs einziges Interesse galt ja nur Auslandseinsätzen seiner „Soldatna“ unter NATO- Kommando und Verkauf von Kasernen. Der jetzige „Kriegsminister“ hat eine komplette Kehrtwende hingelegt und rüstet auf. Panzer, Hubschrauber, Kampfflieger, spezielle Helme, ABC- Ausrüstung etc. stehen auf der Einkaufsliste und auch die Infrastruktur kommt nicht zu kurz; bis 2020 werden mehr als 1,7 Milliarden investiert.

Nachdem uns die EU ja immer als das Nonplusultra eines Friedensprojektes präsentiert wird, macht diese Auf- bzw. Nachrüstung Österreichs doch etwas stutzig. Dass unser Bundesheer viel veraltete Technik zu erneuern hat, ist ja bekannt. Dieses Tempo bei der Erneuerung, sozusagen von heute auf morgen, wirft aber Fragen auf. Beispielsweise, warum man den Vorgänger Doskozils bei der Demontage des Bundesheeres gewähren ließ oder warum man es jetzt gar so eilig hat und woher das Geld plötzlich kommt. Wenn der Verteidigungsminister jetzt meint: „Mit dem Investitionsprogramm wird das Heer nun auf den modernsten Stand gebracht. Das steigert die Sicherheit der Österreicher, aber auch die Sicherheit unserer Soldaten“, dann muss man fragen: Vor wem oder vor was wird die Sicherheit gesteigert? Und nachdem im Friedensprojekt EU rundum aufgerüstet wird, muss man auch fragen, ob da was in Vorbereitung ist oder nur die notleidende Waffenindustrie unterstützt werden soll. Vielleicht macht man sich aber unnötig Kopfzerbrechen, weil das Bundesheer sich nur für die kommende EU- Armee vorbereitet. Trotz unserer Nationalität. Aber auch da muss die Frage erlaubt sein, ob diese EU- Armee innerhalb oder außerhalb der EU zum Einsatz kommen soll; ob eventuell zur „Beruhigung“ von EU- Staaten oder zur „Verteidigung“ der EU z. B. im tiefsten Afrika oder weit hinten in Asien. Bei sogenannten „Friedensmissionen“.

Advertisements