Der EZB- Chef Draghi muss wohl in einem anderen Universum leben. Er, der die wahnsinnige Null- und Negativzinspolitik in der EU eingeführt hat, verteidigt genau diese desaströse Finanzpolitik nicht nur, sondern behauptet sogar noch ganz frech, Sparer würden von der Abschaffung der Zinsen profitieren, weil dadurch die Wirtschaft belebt wird und somit Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Nach Draghis plumper Rechtfertigung sollen die Sparer also froh sein, dass sie echtes Geld verlieren, denn die Fa. McJob könnte ja eventuell ein paar Arbeitsplätze schaffen. Oder anders gesagt: Die Sparer verlieren schon lange „dank“ der Zinspolitik Draghis echtes Geld. Für verschwundenes Geld kann sich der Sparer aber nichts kaufen. Weniger Umsatz, egal in welcher Sparte, bringt aber Produzenten und Händler in Bedrängnis. Da werden eher Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen. Bei den Sparern kann also schon lange nicht mehr von einem wenn auch bescheidenen „Vermögensaufbau“ dank angemessener Verzinsung der Einlagen gesprochen werden und somit ist die private Altersvorsorge bedroht. Auch der Staat verliert, denn wenn es keine Kapitalerträge mehr gibt, fehlen auch die Steuern darauf und wenn wegen des fehlenden Geldes weniger gekauft wird, wird logischerweise die Mehrwertsteuer weniger.

Mit viel größerer Wirkung trifft es aber die Banken. Sie haben fast keine Möglichkeit mehr, Geld zu verdienen. Filialschließungen und Personalabbau sind die Folge, aber auch die Banken selbst kommen ins Trudeln. Bei den Lebensversicherern bietet sich die gleiche Situation. Sie sind verpflichtet, auch in Staatsanleihen zu investieren; in Papiere also, von denen mittlerweile viele einen negativen Zinssatz haben. Da kann verständlicherweise der garantierte Ertrag nicht mehr erwirtschaftet werden und zumindest bei Neuverträgen muss der ebenfalls in Richtung null reduziert werden: bei laufenden Verträgen gelten (noch) die vereinbarten Zinssätze. Das heißt, es kann bei Lebensversicherungen durch die reduzierten Erträge und wegen der meist hohen Spesen und Gebühren zu empfindlichen Kapitalverlusten kommen. Das böse Erwachen ist Draghi zu verdanken, der dazu meint, die niedrigen Zinsen seien nötig, um künftig zu höheren Zinsen zurückzukehren. So kann man es auch sehen.

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