Wie bekannt wurde, hat ein Mailänder Richter Anklage gegen ehemalige und noch aktive Manager der Bank Monte dei Paschi die Siena, der Deutschen Bank und Nomura erstattet. Es geht um illegale finanzielle Aktivitäten. Die Klage wurde eingereicht, nachdem die Mailänder Staatsanwaltschaft eineinhalb Jahre ermittelt hatte; dass die Bankmanager die italienischen Beamten bei den Ermittlungen behinderten, wird sich auch nicht gerade positiv auswirken.

Die Deutsche Bank, die größte Bank Deutschlands und eine der größten Banken überhaupt, hat seit längerer Zeit massive Probleme. Mehrere Verfahren wegen unsauberer Geschäfte, Strafzahlungen, momentan finanziell schwer angeschlagen, der Aktienkurs vor einigen Tagen noch auf einem absoluten Tiefpunkt, aus den USA eine angedrohte Strafzahlung von 14 Milliarden Dollar, die mit viel Glück, dem Hinweis auf die Systemrelevanz der Bank und politischen Zugeständnissen auf 5,4 Milliarden herabgesetzt werden kann. Auch diese Größenordnung ist von der Deutschen Bank aber kaum zu stemmen. Ja, und was die Klage der Italiener bringt, weiß man auch noch nicht. Mehr als genug Ärger also und ein Zusammenbruch der Bank würde eine neue Finanz- und Bankenkrise auslösen. Der ehemalige Chef der DB und Freund von Kanzlerin Merkel, Josef Ackermann, hat sich anscheinend noch rechtzeitig „vom Acker gemacht“.

Bei der Krisenbank Monte dei Paschi ist die Situation ähnlich. Sie ist eine der größten Banken Italiens und die älteste Bank der Welt. Auch sie stewckt seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten, ist mit Vorwürfen über riskante und fragwürdige Geschäfte konfrontiert, der Chef ist zurückgetreten, Manager müssen wegen Bilanzfälschung vor Gericht und brauchte auch schon mehrere Milliarden staatlicher Unterstützung, ohne dass sich die Situation gebessert hätte. Das italienische Bankwesen ist durch diese Bank massiv gefährdet.

Es ziehen schwarze Wolken am Finanz- Horizont auf.

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