Auf der ORF- Seite ist zu lesen: „Nobelpreisträger Stiglitz: Italien wird Euro verlassen“. Eine große deutsche Onlinezeitung schreibt: „Stiglitz rechnet mit Zerfall der Eurozone“. Diese Prognosen kommen nicht von irgendwem, Joseph Stiglitz ist Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft, Professor an einer der besten Universitäten der USA und war Chefökonom der Weltbank. Wenn er jetzt das Ende der Eurozone in seiner jetzigen Form kommen sieht, mag da vielleicht auch ein klein wenig US- Wunschdenken wegen einer ungeliebten Konkurrenz zum US- Dollar dabei sein, aber im Grunde hat er sicher recht. Mangelnde Entschlossenheit und zu wenig Solidarität werden die Hauptgründe für einen Zerfall oder eine Umstrukturierung der Eurozone sein, meint er. Er sagt auch: „Mir macht die Geschwindigkeit Sorgen, mit der die Entscheidungen in Europa ablaufen. Die Politik einigt sich darauf, was getan werden muss, aber dann wird blockiert, getrödelt und sich Zeit gelassen“. Eine Bankenunion und eine funktionierende gemeinsame Einlagensicherung, wovon Stiglitz spricht, wird es in der Eurozone aber noch lange nicht geben; wegen zu großer Unterschiede bei den Wirtschaftsdaten und der Verschuldung und die staatliche Einlagensicherung gibt es nicht mehr und die der Banken funktioniert noch nicht.

Eine Eurozone werde es aber auch in 10 Jahren noch geben, ist Stiglitz überzeugt. Er hält es aber für sehr unwahrscheinlich, dass sie dann noch die gleichen Mitglieder wie jetzt haben wird. Er ist ziemlich sicher, dass Griechenland und Italien dann nicht mehr dabei sind. Im Fall Griechenlands haben allerdings schon vor Jahren vernünftige Leute einen Austritt aus der Eurozone gefordert, damit das Land nicht sinnlos zu Tode gespart wird und in Armut und Abhängigkeit getrieben wird. Unvernünftige Politiker mit Brettern vor dem Kopf und an der Leine der Finanzmächte haben das bis jetzt verhindert. Bei Italien schaut es nicht viel anders aus. Auch dieses Land sollte zum eigenen Vorteil und zum Vorteil der anderen Länder aus dem Euro austreten. Man muss allerdings dazusagen, dass die südeuropäischen Euroländer allesamt massive Probleme haben.

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