Eine Schlagzeile: „Am Land- und Luftweg. Konsequent: 100 Abschiebetransporte seit 2014“. Durchgeführt vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl. Das ist ja wirklich eine Schlagzeile wert, aber Grund zum Feiern ist das bei Gott wirklich nicht! Dieses Amt, dem Innenministerium unterstellt, nahm offiziell mit 1. Jänner 2014 den Betrieb auf. Das heißt, in knapp drei Jahren gab es 100 „Charter- Rückführungen“. Das Amt ist wohl gut beraten, nichts über die Anzahl der „Rückgeführten“ bzw Abgeschobenen verlauten zu lassen; das wäre nämlich zum Schämen. Wenn jetzt vermeldet wird, dass mit der „Jubiläumsfuhre“ 21 Tschetschenen abgeschoben wurden, dann ist das wahrscheinlich ein außergewöhnlicher Spitzenwert. Wär´s nicht so traurig, müsste man lachen. Als der jetzige Verteidigungsminister kaum im Amt war, machte er ein Angebot. Er bot an, bei entsprechendem Bedarf bei den Abschiebungen mit Herkules- Transportmaschinen auszuhelfen. Von einem einzigen Abschiebeflug hörte man bis jetzt und da wurden auch nur 11 Abgelehnte nach Bulgarien ausgeflogen. Der neue Innenminister und einige Politiker vor ihm sprachen davon, dass 50.000 abgeschoben gehören. Das stimmt sicher, aber es passiert nicht. Dabei wurde sogar errechnet, dass die Herkules- Abschiebungen sehr kostengünstig seien.

Dieses Bundesamt lebt doch nur von denjenigen, welche freiwillig, mit finanzieller Unterstützung Österreichs, in ihre Heimat zurückkehren. Die Zahl der zwangsweisen Abschiebungen ist hingegen mehr als bescheiden und es halten sich viel zu viele ohne irgend eine Berechtigung in Österreich auf. Beim Lesen einiger Zeitungen oder Online- Artikel möchte man aber meinen, es müsste tägliche Abschiebungen mit vollen Bussen und Fliegern geben und auch die jetzige Budgetrede im Parlament lässt keinen Zweifel offen, dass Österreich mit Abschiebungen schwer im Rückstand ist. Die zuständigen Minister sind allesamt nur Ankündigungs- und Versprechungsminister. Lauter „Müasst´´ ma, Sollt ma, Hätt´ma, Könnt´ma“- Profis. Es ist zum Heulen. Was soll man aber auch anderes erwarten, wenn alle Ankommenden von der Politik gleich als Migranten, als Zuwanderer, bezeichnet werden.

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