Durch die Budgetrede von Finanzminister Schelling sind wir wieder ein wenig schlauer geworden bzw. wurde bestätigt, was wir schon gewusst haben. Österreich hat etwa 290 Milliarden Schulden, das ist die schlechte Nachricht. Die noch schlechtere ist, unsere Regierung macht Jahr für Jahr neue, zusätzliche Schulden. Die Neuverschuldung soll aber in den nächsten Jahren zwar weitergehen, jedoch abnehmen; von 6,5 Milliarden in 2016 auf 2,1 Milliarden in 2020. Zumindest theoretisch und aus jetziger Sicht. In der Realität sind die Schulden bis jetzt ja immer gestiegen, es wurde nur mit Ausgliederungen getrickst. Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Die Schulden sollen trotz Steigerung weniger werden. Wie soll das gehen? Die Wirtschaftsleistung, also das BIP, steigt schneller als die Schulden und somit sinkt die Schuldenquote. Allerdings nur in Prozent des BIP, real bleiben uns die Schulden. In Prozent des BIP beträgt die öffentliche Verschuldung 85,5 Prozent in 2015, 83,2 soll 2016 erreicht werden und 80,9 Prozent wäre für 2017 geplant. Das funktioniert aber nur bei weiterhin steigendem Wirtschaftswachstum und jeder Ökonom weiß, dass es dauerndes Wirtschaftswachstum nicht gibt.

Laut Budgetplan des Bundes soll es 2016 Einnahmen von knapp 72 Milliarden geben. Die öffentlichen Schulden betragen mehr als 290 Milliarden, das sind mehr als die vierfachen Jahreseinnahmen. Wenn ein Privater oder ein Unternehmer Schulden in Höhe seines 4- fachen Jahreseinkommens hat ( nicht des Umsatzes), dann wird es Zeit für ihn, sich den Kopf zu zerbrechen. Wenn die Schulden von Jahr zu Jahr aber noch mehr werden, wird sich bald die Bank den Kopf zerbrechen müssen. Warum werden aber beim Staat die Gläubiger nicht nervös? Ganz einfach; der Staat hat ja 8 Millionen Bürgen, die für die Rückzahlung samt Zinsen garantieren. Die Staatsbürger nämlich.

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