.Ist es noch lange nicht dasselbe. Das wird der ganzen Welt jetzt wieder drastisch vor Augen geführt. Im Irak ist ja die Millionenstadt Mossul seit zwei Jahren in der Hand des IS und da wurde jetzt mit einem Großangriff von irakischer Armee, kurdischen Peshmerga- Einheiten, sunnitischen Kämpfern und massiven Luftschlägen der US- Luftwaffe zur Befreiung der Stadt begonnen. Auch amerikanische und britische Elitesoldaten sollen dabei sein, heißt es. Den etwa 35.000 angreifenden Soldaten, die Mossul zurückerobern und vom IS befreien wollen, stehen etwa 4.000 IS- Terroristen gegenüber. Die Stadt wird jetzt aus der Luft bombardiert und von allen Seiten mit schwerer Artillerie beschossen. Die ersten Verteidigungslinien des IS wurden überrannt und im Umfeld von Mossul die ersten Dörfer vom IS befreit. Es wird befürchtet, dass es unter den zirka 1,5 Millionen Zivilpersonen in der Stadt durch die massiven Angriffe sehr viele Opfer geben wird, aber auch, dass es zu einer Flüchtlingswelle kommen wird. Die Stadt ist eingeschlossen, aber niemand fordert Fluchtkorridore wie in Aleppo: es könnten ja Terroristen mit Flüchtlingen aus der Stadt flüchten.

Der deutsche Außenminister Steinmeier will die Öffentlichkeit schon auf massive zivile Opfer vorbereiten. Er sagt nämlich zum Kampf um Mossul: „Das ist eine sehr komplexe Herausforderung, die nicht einfach sein wird“. Er hofft aber, ohne Rücksicht auf zivile Opfer: „Würde Mossul befreit werden können, wäre das ein Wendepunkt im Kampf gegen den IS im Irak und würde sicherlich neue Chancen auch für eine Stabilisierung des irakischen Gemeinwesens bieten“.

Im syrischen Aleppo ist die Lage ähnlich, aber in der Größenordnung nicht so schlimm. Dort wird ja „nur“ der Ostteil der Stadt mit etwa 250.000 Bewohnern vom IS und anderen Terrorbanden beherrscht, der Westteil der Stadt mit etwa 1,3 Millionen ist in der Hand der regulären syrischen Armee. Es gibt aber immer wieder Angriffe mit Raketen durch die IS- Truppen. Im Ostteil kämpft  die syrische Armee mit ihren Verbündeten am Boden und Luftunterstützung erhalten sie von der syrischen und russischen Luftwaffe. Dieser Kampf zu Eroberung, wie der Westen sagt, und nicht zur Befreiung Aleppos wird aber vom Westen pauschal als Kriegsverbrechen verurteilt und wegen der russischen Luftangriffe gegen die Kopfabschneider, gegen Al- Nusra und wie sie sonst noch alle heißen, wird nach weiteren Sanktionen gerufen. In Aleppo kommen die Zivilisten durch mörderische Angriffe ums Leben, in Mossul sind sie unvermeidbare Kollateralschäden. So lange die Verbrecher in Ost- Aleppo weiterhin von Golfstaaten und dem Westen unterstützt werden, wird der Kampf zur Befreiung der Stadt noch lange dauern und noch viele unnötige Opfer fordern.

Für den Westen ist der Sturz Assads immer noch wichtiger als die Zerschlagung und Vernichtung des IS.

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