Wer droht womit? Die Antwort auf diese Frage wäre doch hochinteressant. Irgend einen Grund muss es ja geben, dass ein CETA- Kritiker nach dem anderen umgefallen ist und auf Linie gebracht wurde. Einzig die Wallonen stellen sich (noch) gegen die Übermacht und sagen weiterhin “Nein”. EU- Kommissionspräsident Juncker will aber zum vereinbarten Termin den Freihandelspakt unterschreiben, der Druck auf die Wallonen wird also massiv gesteigert werden. Man kann also sagen, “da fährt der Zug drüber”, dass der Handelspakt unterschrieben wird und für ähnliche Situationen wird schon einmal vorgesorgt. Der deutsche Fraktionschef der EVP im Europaparlament sagte zur jetzigen Situation: “Das laufende Schauspiel ist absolut grenzwertig. .. Für die Zukunft muss klar sein, dass nicht mehr einzelne Regionalparlamente wegen interner Machtspielchen ganz Europa in Geiselhaft nehmen dürfen”.
  Also Allmacht für die Kommission. Selbst bestimmt selbstverständlich. Wie war das doch noch einmal mit demokratischen Regeln und Mitbestimmung? Auch EU- Parlamentspräsident Schulz greift jetzt in die Debatte ein und bearbeitet den Ministerpräsidenten der Wallonen. In der ihm eigenen geschwollenen Redensweise sagte Schulz: “Der Dialog, den wir heute morgen geführt haben, wird einen Weg nehmen, von dem ich glaube, dass am Ende nicht eine Blockade steht, sondern ein Erfolg für alle Beteiligten”.
  Juncker und Schulz und viele andere Politiker und die Konzerne wollen also wirklich um jeden Preis so schnell wie möglich CETA in Kraft setzen. Um jeden Preis; und den kriegen wir zu zahlen. Und hinterher will es keiner gewesen sein und hat keiner was gewusst und war das nicht vorhersehbar und haftbar ist sowieso niemand von der Clique. Aber das ist ja nichts Neues.
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