In Wien und Niederösterreich wurde in erster Linie für Asylberechtigte die Möglichkeit geschaffen, den Pflichtschulabschluss zu erlangen; im günstigsten Fall in nur 100 Tagen. Damit wird einmal grundsätzlich der Wert des Pflichtschulabschlusses in Frage gestellt. Zusätzlich stellt sich die Frage, wie das mit rechten Dingen zugehen soll; in 100 Tagen als kaum der deutschen Sprache Mächtiger und mit unserer Schrift nicht Vertrauter den Wissensstand erreichen, für den unsere Kinder neun Pflichtschuljahre benötigen? Zusätzlich zum wundersamen Schulerfolg gibt es diesen Wunderkurs nicht nur gratis (viele meinen jedoch umsonst), sondern es gibt noch gutes Geld für den zumindest zeitweiligen Kursbesuch. Für anerkannte Asylberechtigte gibt es ja z. B. die Mindestsicherung plus diverse Extras und für diesen Kurs gibt es zusätzlich 738 Euro monatlich; sozusagen für den guten Willen, den Kurs zu besuchen.
  Die Großzügigkeit, mit der dieser Kurs für die sogenannte Externistenprüfung abgewickelt wird, schlägt dem Fass den Boden aus. Wie berichtet wird, sei es üblich, dass “viele Kursteilnehmer erst um 11 Uhr auftauchen, auf der Anwesenheitsliste unterschreiben und wieder verschwinden” und als Draufgabe bei den 100- Tage- Kursen nur 66 Unterschriften benötigt werden. Und trotzdem schaffen fast alle, wie durch ein Wunder, den Schulabschluss in Form der Externistenprüfung. Von der Politik sollte folgende Frage beantwortet werden, nach Möglichkeit ehrlich: Ist das Rundherum um die Externistenprüfung noch dumm oder schon kriminell?
  Da werden für Steuergeld unter fragwürdigen Begleitumständen teure Kurse abgehalten, es gibt für die gemeldeten Kursteilnehmer ( die decken sich nicht mit der Anzahl der Teilnehmenden) noch zusätzliches Geld; sozusagen als Bonus und der Bildungswert des Kurses ist in Frage zu stellen. Dazu soll der Steuerzahler vielleicht auch noch applaudieren?
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