Die BAWAG, die Bank für Arbeit und Wirtschaft und (seit 2005) Österreichische Postsparkasse AG, war früher die hoch angesehene Bank der Gewerkschaft, der Gewerkschafter und der Werktätigen. Irgendwann kam es dann zum sogenannten “BAWAG- Skandal”, der tatsächlich und nicht sprichwörtlich über Nacht die Bank an den Abgrund des Bankrotts brachte. Der Prozess dauerte über Jahre und ging so aus, wie alle großen Strafverfahren in Österreich mit Beteiligung von Politikern ausgehen: Es gibt ein oder auch mehrere Bauernopfer und beteiligte Politiker gehen frei. Legendär auch die Szenen, als sich Politiker an den Bankschaltern vor den TV- Kameras anstellten, um ein Konto zu eröffnen als Zeichen der Seriosität und Stabilität der Bank. Ironie der Geschichte war, dass damals die Bank letztendlich von einem US- Hedgefonds gerettet wurde; einem als “Heuschrecke” verrufenem Fonds.
  Jetzt sorgt die Bank wieder für negative Schlagzeilen. Sie will alle alten, treuen Kunden mit günstigen Kontopaketen loswerden und hinausekeln, wenn sie nicht auf neue, teure Kontopakete umsteigen. Es kommt eben die gewinnorientierte Fondsheuschrecke zum Vorschein; die neuen Pakete beinhalten nämlich auch Gebühren für Bargeldabhebungen an Bankomaten. Sozialminister Stöger will dagegen zu Felde ziehen und die BAWAG klagen. Die Bank aber behauptet, die Gebühren werden vom Geldautomatenbetreiber eingehoben. Ist vielleicht eine Tochterfirma der BAWAG.
  Minister Stöger kann schon klagen. Dann holt sich die Bank das Geld eben anderswo; es zahlt immer der Kunde. Schließlich muss die Bank, und auch alle anderen Banken, positiv arbeiten, denn Banken retten will logischerweise auch niemand. Dass die ganze Misere von der EZB und ihrer wahnsinnigen Geldpolitik ausgeht, ist vielen Leuten nicht so richtig bewusst.
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