Tony Blair, der wegen seiner bedingungslosen Gefolgschaft zu US- Präsident Bush ja auch “Bush´s Pudel” genannt wurde, will wieder in die Politik zurückkehren. Das berichtet zumindest eine britische Zeitung. Jener Tony Blair von der Labour- Party, der von 1997 bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2007 britischer Premierminister war und dann Sondergesandter des Nahost- Quartetts. 2015 hat er diesen Job wegen Erfolglosigkeit hingeschmissen; auch, weil er viel Zeit für private Geschäfte aufwendete. Vor einem knappen halben Jahr wurde der Untersuchungsbericht der Chilcon- Kommission vorgelegt; der legt nahe, dass im Irak- Krieg Blair gegen das Völkerrecht verstoßen und womöglich Kriegsverbrechen begangen hat.
  Dieser ehrenwerte Herr will also in die Politik zurückkehren. Er möchte wegen des Brexit die britische Bevölkerung umstimmen und glaubt in seiner Bescheidenheit, in der britischen Politik ein riesiges Loch füllen zu müssen. Britische Politiker sehen das aber anders. Andrew Bridgen etwa meint dazu: “Falls Tony Blair dabei ist ein Comeback vorzubereiten, dann muss er komplett den Bezug zur öffentlichen Meinung verloren haben”; andere Politiker sind noch direkter. Was er allerdings genau will, dürfte er selbst noch nicht so genau wissen. Er will das Abstimmungsergebnis akzeptieren, aber trotzdem für ein Umdenken Stimmung machen. Möglich ist ja auch, dass er als ehemaliger glühender EU- Anhänger von Brüssel zu einem Comeback angehalten wurde, um Stimmung gegen den Brexit zu machen.
  Was will er also wirklich? Nur einen gut bezahlten Job oder mehr? Ist seine Ankündigung über eine Rückkehr in die Politik jetzt ein Scherz oder eine Drohung und kann es sich Großbritannien überhaupt leisten, einen “womöglichen Kriegsverbrecher” wieder eine hohe politische Funktion zu geben?
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