Vor Kurzem wurde vom Parlament in Wien das Budget für 2017 mit etwa 5 Milliarden an neuen Schulden abgesegnet, allerdings nur von der Koalition. Die Last der Verschuldung ist etwa 86 Prozent des BIP schwer oder in Zahlen: etwa 305 Milliarden. Von den Vertretern der Regierungsparteien findet das anscheinend niemand erschreckend, obwohl diese Menge an Schulden kaum mehr vorstellbar ist. Dabei ist dieser Schuldenberg noch fast harmlos im Vergleich zu der Verschuldung, über die nicht gesprochen wird: Die implizite Staatsverschuldung. Die beträgt laut einem Zeitungsartikel fast eine Billion, also fast 1000 Milliarden. Diese impliziten Schulden sind Schulden, die künftig auf eine Volkswirtschaft zukommen. Das sind z. B. Kosten für die sozialen Sicherungssysteme oder Pensionsansprüche oder die Kosten, die die Flüchtlinge verursachen. Alles in Allem also zugesagte, aber finanziell nicht gedeckte Versprechen staatlicher Leistungen.
  Das Staatsvermögen einschließlich der Industriebeteiligungen beträgt knapp 220 Milliarden, falls jemand an einen “Totalabverkauf wegen Pleite” denkt. Wenn man zur offiziellen Verschuldung von etwa 86 Prozent des BIP die implizite Verschuldung dazu rechnet, kommt man je nach Berechnung auf etwa 220 Prozent des BIP oder bis über 300 Prozent des BIP; das wären dann eben zirka 750 Milliarden bis zu einer Billion. Laut EU- Nachhaltigkeitsranking 2015 beträgt die Komplettverschuldung Österreichs 221 Prozent des BIP. Da reicht sparen nicht mehr aus und auch mit zusätzlichen Steuererhöhungen ist das Problem nicht zu lösen. Das Privatvermögen der Österreicher betrug 2013 übrigens laut Global Wealth Report 2014 der Boston Consulting Group etwa 670 Milliarden Dollar. Und auf dieses Geld schielt der Staat immer begehrlicher.
  Von diesen versteckten Schulden spricht also keine Partei, kein Politiker und “selbstverständlich” auch kein Finanzminister. Es wird uns im Gegenteil vorgelogen, es wäre alles in bester Ordnung und niemand bräuchte sich wegen irgend etwas Sorgen machen.
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