Die EU- Kommission ist angeblich gegen Steuervermeidung, gegen Steuerschlupflöcher, gegen Steuerhinterziehung. Sie jammert uns deswegen die Ohren voll und will (nicht nur, aber auch) das Bargeld ganz oder teilweise abschaffen. Nur: Wie glaubwürdig ist dieses Gejammer? Gar nicht; es ist billiges Schmierentheater. Das hat sich heuer bei LuxLeaks bestätigt, als die Aufdecker von Steuervermeidungspraktiken als Angeklagte vor Gericht standen und nicht die Leute, die Steuerdeals zwischen Großkonzernen und der luxemburgischen Regierung, dazu gehörte damals auch der heutige EU- Kommissionspräsident Juncker, ausgehandelt haben. Mit einer Schadenssumme von bis zu zwei Billionen Euro über die Jahre für die geschädigten Staaten Europas. Diese Summe war zumindest in einigen Medien zu lesen.
  In der Studie einer regierungsunabhängigen Organisation kann man jetzt nachlesen, dass sich die Anzahl der Steuerdeals zwischen Großkonzernen und EU- Staaten von 547 im Jahre 2013 auf 1.444 im Jahre 2015 fast verdreifacht hat. Und wer steht an der Spitze der Staaten, welche solche Deals anbieten? Richtig geraten; Luxemburg und Belgien.
  Die Daten für diese Studie liefert die EU- Kommission von 17 Mitgliedstaaten und Norwegen. Selbst für die Autoren der Studie ist der Anstieg der Steuerdeals “sehr überraschend und beunruhigend”. Überraschend und beunruhigend ist aber auf jeden Fall, dass das von einer regierungsunabhängigen Organisation aufgedeckt wird und der EU- Kommission diese Deals egal sind oder nichts davon weiß oder von ihr womöglich sogar gefördert werden.
  Die EU- Kommission hat sich jedenfalls wieder einmal als unglaubwürdig bestätigt.
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