Mit dem kasachischen Ex- Botschafter in Österreich, Aliyev, hat sich Österreich freiwillig einige Probleme eingehandelt. Zuerst hat man sich darum gerissen, ihm in Österreich den Prozess zu machen, wo er wegen des Mordes an zwei kasachischen Bankern angeklagt war. Man hatte ja kein Vertrauen in die kasachische Gerichtsbarkeit.  Ermordet wurden die Banker übrigens in Kasachstan und nicht in Österreich. Und dann fand man Aliyev plötzlich erhängt in seiner Zelle in der Wiener Justizanstalt Josefstadt. Selbstmord war es, hieß es von allen möglichen Seiten. Aber nicht von allen Seiten. Dann gab es die Verhandlung, bei der der tote Aliyev freigesprochen wurde. Und jetzt wurde ein neues Gutachten präsentiert, nach dem Aliyev in seiner Zelle ermordet wurde.

Man könnte es sich jetzt leicht machen und sagen, dass überall in Gefängnissen immer wieder Gefangene ermordet werden. Wenn es sich aber, so wie bei Aliyev, um einen prominenten Gefangenen handelt und anfangs „zweifelsfrei“ von Selbstmord die Rede ist und das auch von Selbstmord- Verfechtern belegt wird, ist es mehr als peinlich, wenn plötzlich ein Gutachten einen Mord nachweist. Das ist eine Schande, da wird die österreichische Justiz vorgeführt, da kommt der Rechtsstaat in Verruf. Es ist eine Schande und ein Skandal, wenn in einem österreichischen Gefängnis ein Gefangener ermordet wird. Es ist eine Schande und ein Skandal, wenn dieser Mord als Selbstmord abgetan wird oder nicht als Mord erkannt wird und es spricht nicht gerade für Österreichs Justiz, wenn Justizpersonal dringend der Tat verdächtigt wird. Da hat sich Österreich was eingebrockt.

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