In einer Abschiedsrede hat der aus dem Amt scheidende Noch- EU- Parlamentspräsident Martin Schulz wieder einmal und noch einmal dick aufgetragen und eine positive Bilanz seiner Amtszeit gezogen. Naja, man weiß ja, dass Schulz keine Übertreibung zu groß ist. „Sichtbarer“ und „einflussreicher“ sei das EU- Parlament in seiner Amtszeit geworden, betont er mit treuherzigem Blick und es sei „eine Ehre gewesen“, dessen Präsident gewesen zu sein. Eine unverdiente Ehre allerdings, aber das sagt er natürlich nicht; er würde es in seiner Selbstüberschätzung auch nicht glauben. In Deutschland sollen sogenannte „Fake- News“ verboten werden. Da hat Schulz aber Glück gehabt, dass das Verbot noch nicht in Kraft ist. Die eigene Beurteilung seiner Amtszeit könnte nämlich davon betroffen sein.

Der Selbstbeweihräucherer Schulz hat aber anscheinend nicht mitgekriegt, dass seine von ihm selbst so gelobte Tätigkeit gerade einen gewaltigen Dämpfer erleiden musste. Die Forderung des EU- Parlamentes nach einer zentralen Rolle bei den Brexit- Verhandlungen wurden von den EU- Staats- und Regierungschefs glatt abgelehnt. Laut EU- Ratspräsident Tusk hat der Europäische Rat die „politische Kontrolle“ bei den Brexit- Verhandlungen. Es soll aber die „bestmögliche Kooperation“ mit dem EU- Parlament geben. Das EU- Parlament hat also bei den Brexit- Verhandlungen nichts zu sagen. Dabei hat Schulz vorher noch eine Einbindung des EU- Parlamentes gefordert und arrogant gemeint, alles andere wäre „ein Akt der Unvernunft“. Es ist „ein Akt der Niederlage“ für ihn geworden.

Wofür Schulz als EU- Parlamentspräsident die diversen Auszeichnungen, Orden und Ehrendoktorate erhielt, wird wohl nicht einmal er selbst wissen.

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