Zwecks Ankurbelung der Wirtschaft (natürlich nur als Nebeneffekt) wurde im Mai die Registrierkassenpflicht eingeführt. Immerhin ging es da um den Kauf bzw. um Austausch und Nachrüstung von Registrierkassen. Offiziell sollte natürlich mit dem Inkrafttreten der Registrierkassenpflicht die Steuerhinterziehung so gut wie unmöglich gemacht werden und deswegen hat sich Finanzminister Schelling auch ein sattes Plus von 900 Millionen bei den Steuereinnahmen erwartet und dieses Geld natürlich auch sofort verplant. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Diese 900 Millionen, von Wirtschaftsfachleuten von Anfang an stark angezweifelt, dürften sich als Fantasiegröße und Luftnummer herausstellen und tatsächlich bei maximal 300 Millionen pro Jahr liegen. Dumm nur für den Finanzminister. Er hat das Geld, das er jetzt nicht bekommt, ja schon ausgegeben. Das Fell des Bären wurde verkauft, bevor der Bär erlegt wurde. Man muss also davon ausgehen, dass sich der Finanzminister nächstes Jahr was einfallen lassen wird, um den Entgang der zu optimistisch kalkulierten „Steuerhinterziehungsgelder“ auszugleichen. Er weiß zwar, dass der Staat ein Ausgabenproblem hat und kein Einnahmenproblem; er wird also die Einnahmen erhöhen. Er hat sicher kein Problem damit.

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