Es ist ein denkwürdiger Jahrestag; zehn Jahre ist es also schon her, dass der ehemalige Machthaber im Irak, Saddam Hussein, gehängt wurde. Zuvor wurde er aber jahrelang auch von westlichen Regierungen und der Waffenindustrie hofiert und umworben, weil er ein sehr guter Kunde war. Der Krieg gegen den Iran von 1980 bis 88 verursachte ja nicht nur Millionen Tote, sondern brachte auch sehr gute Geschäfte. Plötzlich aber wurde er zum Inbegriff des Bösen erklärt und mit einer mittlerweile zugegebenen Lüge über angebliche Massenvernichtungswaffen wurde der Irak überfallen und in die Steinzeit zurückgebombt. Es gab auch keine Skrupel, bis zu 2.000 Tonnen Uranmunition zu verschießen, an deren Folgen die Zivilbevölkerung heute noch schwer leidet. Es war eine völkerrechtswidrige Militärinvasion der USA, Großbritanniens und einer „Koalition der Willigen“ (laut Wikipedia) und es gab, je nach Quelle, bis zu einer Million Tote, großteils Zivilisten.

Es wurden gezielt die staatlichen Strukturen zerstört, die Armee aufgelöst, der Irak zu einem „Failed State“ gemacht. Von britischen und US- amerikanischen Soldaten und Söldnern wurden nach und nach Kriegsverbrechen bekannt. Es wurde der Grundstein gelegt für Terroranschläge, es bildeten sich Terrorgruppen, die auch für westliche Interessen eingespannt wurden. Es wurden Kulturgüter zerstört und gezielt geplündert. Es wurde alles gemacht, was gegen die vermeintlich so hoch gehaltenen „Werte“ verstieß und das Land ist heute weiter denn je von einer funktionierenden Demokratie oder auch nur von einem funktionierenden Staat entfernt. Die Hinrichtung Saddam Husseins hat nichts zum Positiven bewirkt, aber vielleicht sollte er für alle Zeit zum Schweigen gebracht werden. Es gab viele Kriegsverbrecher, aber Saddam Hussein wurde als Einziger zur Verantwortung gezogen.

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