Laut Zeitungsberichten hat sich Bundeskanzler Kern auf den Weg gemacht, um sich vor Ort ein Bild über die Polizeiarbeit zu machen. Wie immer elegant auftretend, war er mit Polizisten in Favoriten unterwegs. Es sei „ein spannender Einblick in den oft schweren Alltag unserer Polizei“ gewesen, ließ der Kanzler dann seine Untertanen über Facebook wissen.

Diesen Grätzl- Rundgang, wie er diesen Ausflug selbst nennt, hat er natürlich bei Tag und wie in den Zeitungen ersichtlich, unter dem Schutz von Polizisten unternommen. Eine harmlose Sache also; eher ein PR- Gag. Eine prägende und bereichernde Erfahrung für den Kanzler wäre hingegen, wenn er zu mitternächtlicher Stunde oder später allein und wie gewohnt in der „Anser- Panier“, also fein gekleidet, gemessenen Schrittes am Praterstern unterwegs wäre und, soweit passend, mit U4 oder U6 nach Hause fahren würde. Eine solche Erlebnistour könnte zumindest konstruktive Denkprozesse in Gang setzen und sich nicht in Floskeln erschöpfen.

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