Als es 2015 und 2016 in Paris, Brüssel, Nizza usw. zu Terroranschlägen kam, war die politische Führung der halben Welt bei den Trauerkundgebungen und Trauerfeiern vertreten und bekundete ihre Anteilnahme, hielt Reden und rief zum Kampf gegen den Terror auf. Die Opfer der Terroranschläge wurden publik gemacht; sie hatten Namen und Gesichter. Auch von den Toten des Terroranschlages in Jerusalem vom 8. Jänner 2017 gab es am nächsten Tag in den Medien Fotos und Namen zum Gedenken.

2016 gab es auch in Deutschland einige Terroranschläge bzw. Attentate, den letzten und folgenschwersten mit 12 Toten und 53 Verletzten (lt. rbb) gab es am 19. Dezember auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin. Es zeigte sich, dass in Deutschland vieles ganz anders läuft als in Frankreich, Belgien oder Israel. In Deutschland hat man den Eindruck, dass es keine Terroranschläge sein dürfen; ein Zusammenhang mit dem Islam wird so lange wie möglich bestritten und die Täter werden nach Möglichkeit für krank erklärt. Es soll anscheinend keine deutschen Opfer durch islamische Täter geben. Der ermordete Fahrer des LKW vom Berliner Anschlag wurde in Polen im Beisein von Regierungsmitgliedern beigesetzt. Auch die Leichen einer Italienerin und einer Israelin wurden bei der Ankunft in ihrer Heimat empfangen. Die deutschen Opfer sind hingegen namens- und gesichtslos. Mit Hinweis auf Persönlichkeitsrechte gibt es keine näheren Angaben zu den Opfern. Viele Menschen gedenken der Opfer, aber offizielle Trauerfeiern sind nicht erwünscht, staatliche Anteilnahme wird vermisst.

Als Ende 2014 in Deutschland eine türkischstämmige junge Frau wegen ihrer Zivilcourage von einem in seiner „Ehre“ gekränkten Serben niedergeschlagen wurde und an den Folgen starb, war die Anteilnahme in den Medien, in der Öffentlichkeit und auch in der Politik gigantisch. Als Ende 2016 eine junge deutsche Studentin von einem Afghanen vergewaltigt und getötet wurde, wollten die Staatsmedien dieses Verbrechen zuerst totschweigen. Nach und nach wurde alles bekannt, aber die Anteilnahme in den Medien, in der Öffentlichkeit und gerade in der Politik war bescheiden.

Sind die Deutschen Opfer zweiter Klasse?

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