Der – man kann schon sagen – Ex- US- Präsident Obama hat sich zum Ende seiner Präsidentschaft noch einen Pluspunkt in seiner Beurteilung verdient. Er hat die bei abtretenden US- Präsidenten schon traditionelle Begnadigung eines Verurteilten vorgenommen und er hat dabei eine gute Wahl getroffen und Chelsea Manning begnadigt. Jene Chelsea Manning, die als Soldat Bradley Manning weltweit bekannt wurde. Bradley Manning war als IT- Spezialist bei der US- Army im Irak und hat tausende oder gar zehntausende Videos und Dokumente der Aufdeckerplattform WikiLeaks zugespielt. Dadurch wurden unter anderem Kriegsverbrechen der US- Army und ihrer Söldnerfirmen, wie z. B. tödliche Angriffe auf Zivilisten und Folter, öffentlich bekannt. Die Rache des Systems war fürchterlich. Bradley Manning, der sich in der Haft einer Geschlechtsumwandlung unterzog, wurde 2010 verhaftet und zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt; es wurde sogar die Todesstrafe für ihn gefordert. Die USA wollen ja auch um jeden Preis den Gründer von WikiLeaks, Julian Assange, wegen der Veröffentlichung der Manning- Dokumente vor ein US- Gericht bringen und auch er könnte von der Todesstrafe bedroht sein.

Die jetzige Begnadigung durch Obama nach fast 7 Jahren Haft unter teils erniedrigenden und unmenschlichen Bedingungen kam überraschend, da ihm 2011 wegen seiner Äußerungen noch eine Vorverurteilung Mannings unterstellt wurde. Der jetzt erfolgte „Gnadenakt“ ist jedenfalls ein Pluspunkt für Obama. Einer von wenigen in seiner Präsidentschaft.

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