Eine Wahl von großer Bedeutung war das, sagen zumindest die Betroffenen. Gemeint ist die Wahl des EU- Parlamentspräsidenten nach der halben Legislaturperiode, da laut einem Übereinkommen der Sozialdemokrat Martin Schulz von einem Konservativen abgelöst werden sollte. Geworden ist es mit viel Bauchweh und erst nach der vierten Runde in einer Stichwahl gegen einen Sozialdemokraten mit nur 351 Stimmen der 751 Abgeordneten der Italiener Antonio Tajani von den Konservativen. Ein großartiger Wahlsieg schaut anders aus. Das Medieninteresse war ähnlich groß wie bei der Bürgermeisterwahl in Hintervordernebenhausen.

Einen Tag nach der Wahl des EU- Parlamentspräsidenten wurden dann auch gleich seine 14 (jawohl, vierzehn!) Vizepräsidenten und -Innen gewählt. Auch diese Wahl ging nicht so glatt über die Bühne wie geplant. Der Österreich- Beitrag zu den Vizepräsidenten, die grüne Delegationsleiterin Ulrike Lunacek, schaffte es auch erst im zweiten Wahlgang mit 441 Stimmen. Wofür 14 Vizepräsidenten notwendig sein sollen, können wahrscheinlich nur sie selbst erklären; für Außenstehende ist das eher nicht erklärbar und keinesfalls logisch. Vielleicht ist es eine Maßnahme im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit; wer weiß. Obwohl die Vizepräsidenten sowieso EU- Abgeordnete wären. Vielleicht hängt es auch mit Geld zusammen oder mit der Visitenkarte. Vizepräsident liest sich doch ganz anders als Abgeordneter.

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