Mit Unterbrechungen wird auch in Österreich immer wieder über ein Kopftuchverbot für muslimische Frauen diskutiert. Dazu meldet sich auch gerne die Staatssekretärin für Diversität (Vielfalt), Öffentlichen Dienst und Digitalisierung, Frau Muna Duzdar, zu Wort. Sie ist grundsätzlich gegen ein Kopftuchverbot, wegen der Religionsfreiheit. Sie meint aber, wenn schon ein Verbot kommen sollte, dann sollten auch Merkmale anderer Religionen verboten werden. Als Muslima, die den Koran kennt und als Rechtsanwältin muss die Staatssekretärin aber wissen, dass das so nicht stimmt. Das Kopftuch bei muslimischen Frauen, egal in welcher Form, ist kein Zeichen einer religiösen Zugehörigkeit. Es steht im Koran nichts über eine Verpflichtung der Frauen, ein Kopftuch zu tragen.

Eigentlich gibt es für muslimische Frauen nur zwei Gründe, ein Kopftuch zu tragen: Der erste ist, diese Frauen wollen Folgendes zum Ausdruck bringen: Seht her, wir sind anders, wir gehören nicht zu euch, wir wollen uns nicht anpassen, wir pflegen unsere Traditionen weiter. Wenn das zutrifft, dann ist der Staat gefordert. Da geht es um Parallelgesellschaften, Ghettobildung und mehr. Der Islam ist ja nicht nur eine Religion; er ist Gesellschaftsform und Rechtsprechung und wird von vielen Anhängern über die staatliche Autorität gestellt. Der zweite Grund ist: Die Frauen werden von den männlichen Familienmitgliedern unter Druck gesetzt, ein Kopftuch zu tragen. In dem Fall darf der Staat nicht zögern, aus Gründen der Gleichberechtigung ein generelles Verbot aller Formen der islamischen Kopfverhüllung zu verhängen.

Niqab und Burka verstoßen zusätzlich gegen ein Vermummungsverbot und sind nicht nur in einigen europäischen, sondern auch in mehreren islamischen Ländern verboten. Das sollte uns schon zu denken geben.

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