In letzter Zeit intensivieren sich die Gerüchte über eine Bargeldabschaffung bzw. Einschränkung in der EU wieder, da sich auch die EU- Kommission mit einem Gesetz für eine einheitliche Obergrenze für Barzahlungen befasst. Einige Euroländer haben ja schon Obergrenzen in verschiedener Höhe; in Frankreich beispielsweise 1.000 Euro und Griechenland gar nur 500 Euro. Den 500er Schein kann man noch anschauen, aber nicht mehr damit bezahlen und bei den nächsten Scheinen ist es eine Frage der Zeit, bis es so weit ist. Die Euro- Zone, aber auch andere Länder, sind dermaßen verschuldet, dass die Regierungen den vollen Zugriff auf das Geld der Bürger brauchen. Das geht am einfachsten, wenn es kein Bargeld mehr gibt. In der Gesetzgebung Deutschlands heißt es zwar, dass das Bargeld „das einzige unbegrenzte gesetzliche Zahlungsmittel“ ist und in Österreich heißt es im Eurogesetz, dass alle auf Euro lautende Banknoten und Münzen gesetzliche Zahlungsmittel sind. Deswegen ist aber das Bargeld noch lange nicht sicher. In dem Papier, das die EU- Kommission gerade ausarbeiten lässt, wird nämlich festgestellt, dass es kein Grundrecht auf Bargeld gibt und somit gibt es keinen Anspruch auf Barzahlung und EU- Recht geht vor nationalem Recht und das war´s dann. Da können uns die Märchenerzähler aus der Politik und der Finanzwelt mit treuherzigem Dackelblick was immer erzählen und garantieren; wenn das Bargeld dann weg ist, ist es weg. Ja, und vorher kommen noch die üblichen Totschlagargumente wie Terrorfinanzierung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche zum Tragen.

Vor ein paar Jahren hat man in Zypern ausgelotet, was passiert, wenn private Bankkonten vom Staat „erleichtert“ werden. Es hat sich gezeigt: Es gibt keinen Aufstand. Mittlerweile weiß der Staat von jedem, was auf den Konten ist, also geht man einen Schritt weiter. Die ohnehin schon arg gerupften Griechen müssen bis Februar 2017 alle privaten Werte wie z. B. Kunstwerke, Schmuck, Bilder, Bargeld etc. anmelden. Es könnte sich da um die Vorbereitung für eine Sonderabgabe, eine Zwangsabgabe, handeln, wird vermutet. Ein Großversuch etwa für die EU- weite Eintreibung einer 10prozentigen Zwangsabgabe, wie sie der IWF schon 2013 zur Reduzierung der öffentlichen Schulden forderte.

In Indien wird beim nächsten Schritt zur Bargeldabschaffung nicht mehr gekleckert, sondern geklotzt. Das Land hat immerhin 1,2 Milliarden Einwohner. Da wurden, nachdem der Premierminister von einer bargeldlosen indischen Gesellschaft sprach, im vergangenen Oktober über Nacht die großen Geldscheine und somit 80 Prozent des Bargeldes für ungültig erklärt. Außerdem läuft in Indien seit 2010 ein Programm, mit dem alle Einwohner eine UID- Nummer (Unique Identification Number) erhalten sollen und dazu werden alle biometrischen Daten erfasst. Nach Meinung von Fachleuten wird in einigen Jahren nicht mehr mit Bargeld und auch nicht mit Karten bezahlt, sondern mit einem Fingerabdruck oder dem Iris- Scan.

Eine „wunderbare“ Zukunft erwartet uns. SI- FI ist dann Vergangenheit.

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