In Syrien hat der Sturz Assads für westliche und arabische Regierungen immer noch Vorrang gegenüber der Zerschlagung des IS und anderer Terrorgruppen, während im Irak, in Mossul, angeblich gemeinsam und ernsthaft gegen den IS vorgegangen wird. Darüber gibt es auch wohlwollende Berichte der Nachrichtenagenturen. Von Syrien ist hingegen fast nur von Selbstmordanschlägen und der leidenden Zivilbevölkerung zu hören. Ja, und von einem neuen US- Plan zur Aufteilung des Staates Syrien ist auch zu hören. Eine solche Aufteilung war schon einmal geplant, als die militärische Lage noch eine ganz andere war. Jetzt würde man den von der Regierung kontrollierten Bereich, das Kern- Syrien sozusagen, wesentlich größer lassen, entlang der türkischen und der irakischen Grenze sollen die SDF (Syrian Democratic Forces; Demokratische Kräfte Syriens) einen Teil zugesprochen bekommen, einige Teile sollen von Oppositionskräften bzw. Türken kontrolliert werden. Der Rest, ein breiter Streifen beidseits des Euphrats, soll unter internationale Verwaltung gestellt werden. Auffällig ist, dass auf die seit 50 Jahren von Israel besetzten Golan- Höhen „vergessen“ wurde. Jene Golan- Höhen, auf denen jahrelang österreichische UNO-Soldaten für Frieden sorgten. Dieses Gebiet ist ja laut UNO immer noch syrisches Hoheitsgebiet. Israel denkt aber nicht an eine Rückgabe.

Mit dieser geplanten Aufteilung will man vermutlich erreichen, dass Syrien nicht zur Ruhe kommt und fremde Kräfte auch in Zukunft Einfluss ausüben können. Allerdings sollte man nicht das Fell verteilen, bevor der Bär erlegt ist.

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