Wenn in Österreich das Wort „Entsendung“ fällt, stellt es vielen Leuten die Haare auf, allen voran den Gewerkschaftern, vielen Gewerbetreibenden und den Wirtschaftskämmerern. Gerade diese Leute sind nämlich draufgekommen, dass die rund 170.000 „Entsendeten“, hauptsächlich von osteuropäischen Unternehmen, dem österreichischen Staat viel Geld und Arbeitsplätze kosten. Werden Handwerker, z. B. Bauarbeiter, Installateure, Zimmerer, von Firmen aus der Slowakei, Ungarn oder Rumänien nach Österreich entsandt, zahlen diese Unternehmen Sozialversicherungsabgaben in der Höhe, die in der Slowakei, in Ungarn oder in Rumänien zu entrichten ist und das ist deutlich weniger als in Österreich. Außerdem fällt für das erste Halbjahr der Entsendung in Österreich keine Einkommensteuer an und bevor diese Steuer in Österreich fällig wird, wird der Dienstnehmer ausgetauscht.

Aus diesen zwei Gründen können die ausländischen Unternehmen wesentlich günstiger anbieten als österreichische Betriebe. Das bringt für den österreichischen Staat einen Verlust von etwa 1,5 Milliarden pro Jahr bei Sozialversicherungsbeiträgen, Lohn- und Einkommensteuer, Mehrausgaben durch mehr Arbeitslose usw. Gewerkschaft und Wirtschaftskammer schlagen Alarm, aber was kann/ soll getan werden? Seit US- Präsident Trump sein „America first“, also Protektionismus, betreibt, wird er deswegen frontal angegriffen. Protektionismus nachahmen wird also schlecht gehen. Bei den Lohnnebenkosten per Gesetz für die ausländischen Anbieter die gleichen Bedingungen wie für österreichische Firmen durchdrücken, wird schwer machbar sein. Der jetzt vorgeschlagene Beschäftigungsbonus in Höhe von insgesamt 2 Milliarden für 3 Jahre, mit dem die Regierung neue Jobs für Inländer fördern will, horcht sich einmal ganz gut an, obwohl die Idee nach Protektionismus riecht. Damit will der Kanzler wohl auch einen Teil der von ihm versprochenen Arbeitsplätze schaffen. Das Programm kostet aber Geld und Österreich mag viel haben, aber kein Geld. Und außerdem sind natürlich einige Bedingungen an den Beschäftigungsbonus geknüpft.

Schlaue Köpfe werden aber sicher eine Lösung finden.

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