In Rom feiern die 27 Staats- und Regierungschefs der EU- Staaten (schon ohne Großbritannien) und ein paar EU- Häuptlinge bei ihrem Jubiläumsgipfel den 60. Jahrestag der Römischen Verträge als Geburtsstunde der heutigen EU. Sie betonten eine Einigkeit, die nicht existiert und verkündeten: „Europa ist unsere gemeinsame Zukunft“, dabei schrieben sie in einer Erklärung erstmals von einem „Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten“. Genau das ist aber das schriftliche Eingeständnis, dass bei dieser EU doch ganz gewaltig was schief gelaufen ist. Die Sündenböcke sitzen in Brüssel und Straßburg und die Opfer der Fehlentwicklung sind z. B. die Griechen oder die Zyprioten.

Fast zeitgleich zu den römischen Feierlichkeiten meldet eine britische Zeitung, dass EU- Kommissionspräsident Juncker den US- Präsidenten Trump davor gewarnt hat, er würde mit seinen positiven Äußerungen zum Brexit eventuell andere Staaten ebenfalls zu einem Austritt aus der EU ermuntern. Das wiederum könnte einen Krieg in Europa auslösen. In einem Gespräch mit US- Vizepräsident Pence soll Juncker nämlich gesagt haben: „If we leave them alone – Bosnia Herzegowina, Republica Srbska, Macedonia, Albania, all those countries – we will have war again“. („Wenn wir sie allein lassen -…all diese Länder, werden wir wieder einen Krieg haben“). Nur: Junckers Angst kann kein Freibrief für eine zügellose Erweiterung sein. Er fügte noch hinzu, dass Trump die komplizierte Geschichte Europas nicht verstehen würde.

Hat Juncker irgend was Falsches eingenommen oder vorher schon zu viel gefeiert, bevor er das sagte? Glaubt er wirklich ernsthaft, dass einer dieser Balkan- „Winzlinge“ einen Krieg beginnt oder will er etwa einen herbeireden?  Ja, Juncker ist ein Rätsel. Einerseits ist er sicher, dass die EU in 60 Jahren größer ist als heute und andererseits befürchtet er, wie er ebenfalls dem US- Vize sagte, dass es durch einen Kollaps der EU wieder zu einem Balkan- Krieg kommen könnte.

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