Ich bin ganz sicher kein Fan oder Verteidiger des türkischen Präsidenten Erdogan. Der Bericht über seinen „Protzpalast“ in der „Krone Bunt“ hat mich allerdings animiert, einen Vergleich mit dem Umbau bzw. der Sanierung des Wiener Parlamentes anzustellen. Laut Zeitungsartikel ist der Erdogan- Palast insgesamt 210.000 Quadratmeter groß, hat 1.000 Zimmer und kostete letztendlich 491 Millionen Euro. Dass beim Bau auch alle möglichen Gesetze missachtet wurden, wirft noch ein besonderes Licht auf den Bau und den Bauherrn.

Jetzt zum Wiener Parlamentsumbau: Ende 2014 wurden die geplanten Kosten bekannt gegeben. Laut Zeitungsartikel werden sich die Kosten für die Sanierung auf insgesamt 352,2 Millionen und jene für die Ausweichquartiere und die Übersiedlung auf 51,4 Millionen belaufen. Das wären in Summe 403,6 Millionen. Es wurde auch eine Toleranz von plus/minus 20 Prozent vorgesehen. Als leidgeprüfter Österreicher muss man von einer Erhöhung ausgehen und mit den 20 Prozent wäre man dann bei etwa 484 Millionen. Sollte das allerdings zu wenig werden, bräuchte es einen neuerlichen Gesetzesbeschluss. Die Nationalratspräsidentin Bures betonte aber, das Ziel sei, die Sanierung im Zeit- und Kostenplan abzuwickeln. Dieses Ziel ist ja sehr beruhigend. Hoffentlich stellt sich nicht heraus, dass z. B. auf Fenster, Türen, Einrichtung etc. „vergessen“ wurde.

Bei diesem Vergleich ist man geneigt zu sagen, dass der Erdogan- Palast beinahe ein Schnäppchen ist.

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