Kaum kommt an die Öffentlichkeit, dass die Gelüste der EU- Kommission (und natürlich auch der Banken) nach einer Bargeldabschaffung immer deutlicher werden, tauchen die ersten heimischen Politiker im Scheinwerferlicht auf, um zu beschwichtigen und zu beruhigen. Das sei nur Panikmache und ein Gerücht, weiter nichts, heißt es und wir werden auch in 50 Jahren noch Bargeld haben. Das wurde auch vom Nationalbankgouverneur, der zur Verstärkung herangezogen wurde, in etwa so bestätigt. Dieser Thematik wurde in den Medien breiter Raum gewidmet. Eine andere, aber ebenfalls dieses Thema betreffende Sache will die Regierung aber nach Möglichkeit nicht zu viel in den Medien wissen, zumindest jetzt noch nicht.

Während nämlich scheinheilig gegen eine Bargeldeinschränkung zu Felde gezogen wird, hat Vizekanzler und Wirtschaftsminister Mitterlehner einen Entwurf zu Änderungen in der Gewerbeordnung in Begutachtung geschickt. Bei diesem Entwurf ist auch vorgesehen, Bargeldzahlungen auf 10.000 Euro zu beschränken, begründet durch die Geldwäscherichtlinie. Nach diesem Entwurf müssten dann Handelsunternehmen, wie zum Beispiel Autohändler, nicht mehr wie bisher ab 15.000 Euro, sondern schon ab 10.000 Euro die Identität des Kunden prüfen und wahrscheinlich auch eine Meldung an das Finanzamt machen. Auch mit solchen Aktionen kann man dem Bargeld zu Leibe rücken. Apropos Bargeld: Nur etwa 10 Prozent des gesamten Geldes in der EU existiert als Bargeld, das ist etwas mehr als 1,1 Billionen Euro in Banknoten und Münzen. Die restlichen 90 Prozent des Geldes sind elektronisches Buchgeld, Giralgeld oder auch Geschäftsbankengeld genannt. Die Angst der Banken und der Regierungen vor einem Bankrun ist also begründet.

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