Kürzlich gab es in Syrien einen Giftgasangriff, der etwa 80 Todesopfer forderte. Behauptet wurde, ohne Beweise und ohne Ermittlungen, dass die Luftwaffe des syrischen Präsidenten Assad für den Angriff verantwortlich sei und als „Vergeltung“ haben die USA von einem Schlachtschiff aus einen völkerrechtswidrigen Präventivschlag mit Raketen auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt durchgeführt. Ob es damit abgetan ist, wird sich erst zeigen.

Schon vor dem syrischen Giftgasangriff, bei dem immer noch nicht klar ist, wer dafür verantwortlich ist, wurde im Irak beim Kampf um Mossul Giftgas gegen die irakische Armee eingesetzt. Davon geht jedenfalls das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auf Grund entsprechender Hinweise und der Symptome bei Patienten aus. Für diese Attacke kommt eigentlich nur der IS in Frage. Das war Anfang März. Jetzt, am Osterwochenende, kam es in Mossul wieder zu Giftgasangriffen gegen vorrückende irakische Soldaten; so kann man es zumindest im Internet nachlesen. Über die Nachrichtenagenturen wird davon aber nichts vermeldet. Kein Wunder, kann man diese Verbrechen doch beim besten Willen nicht Assad und seiner Luftwaffe anhängen. Es gibt natürlich auch keine Vergeltungsschläge durch die Amerikaner, da man den IS offiziell ohnehin bekämpft und zurückdrängt, mit vielen Opfern unter der Zivilbevölkerung.

Für das Kriegsverbrechen eines Giftgaseinsatzes wurde also Syrien ohne Beweis einer Schuld von den Amerikanern bestraft. Über eine andere Schweinerei in einer gigantischen Größenordnung wird so gut wie nie berichtet. Das geht seit Jahrzehnten so und die Opferzahlen können nicht einmal geschätzt werden. Die Täter verwenden kein Giftgas, sondern Uranmunition, auch DU- Munition (depleted Uranium) genannt, also abgereichertes Uran. Auf diese Weise wird hochgiftiger radioaktiver Abfall aus Atomkraftwerken günstig „entsorgt“. Laut WHO und IAEO liegt dadurch keine besondere Gefährdung vor; einige andere Studien sehen das aber ganz anders. Die großen Militärnationen wie USA, Russland, China, Israel etc. haben erreicht, dass die DU- Munition nicht ausdrücklich verboten wurde. Sie widerspricht aber als giftiger Stoff dem Genfer Protokoll. In den Balkankriegen der 90er Jahre, im Golfkrieg, im Irakkrieg, in Afghanistan und in Syrien wurden bis jetzt insgesamt tausende Tonnen dieses giftigen, radioaktiven Materials verschossen, hauptsächlich von den USA und Großbritannien. Die Folgen sind Krebs, Missbildungen und eine vergiftete Umwelt. Über Giftgas spricht man schon, wenn es politisch hineinpasst. Über radioaktive Waffen spricht man nicht.

Zur Uranwaffe:

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