Wer kennt nicht die Filme oder den Roman über die Drei Musketiere? Diese berühmten französischen Romanhelden lebten angeblich nach dem Motto: „Einer für Alle und Alle für Einen“. Jetzt war in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl und es ist fix, wer die Stichwahl bestreitet: Es sind der europa- bzw. EU- freundliche Emmanuel Macron, der im ersten Wahlgang knapp 24 Prozent der Stimmen erhielt, und die Chefin des Front National, Marine Le Pen, die auf knapp 22 Prozent der Stimmen kam. Le Pen ist alles andere als EU- freundlich gesinnt. Im Falle eines Sieges bei der Stichwahl will sie mit der EU- Kommission verhandeln über einen EU- Austritt, über einen Ausstieg aus dem Euro und noch einige andere Sachen und sie ist deshalb für alle EU- Befürworter so etwas wie der leibhaftige Gottseibeiuns.

Geschichte wiederholt sich, heißt es. In dem Fall aber ein wenig abgewandelt; es heißt in dem Fall nicht: „…und Alle für Einen“, sondern: „…und Alle gegen Eine“. Um eine theoretische Präsidentschaft Le Pens zu verhindern, verbünden sich jetzt alle unterlegenen Kandidaten mit Emmanuel Macron und geben Wahlempfehlungen für ihn ab. Durch diese Vorgangsweise ist Le Pen so gut wie chancenlos, französische Präsidentin zu werden. Da werden Erinnerungen wach. Erinnerungen an die vom Pech verfolgte Präsidentenwahl in Österreich mit Anfechtung, kaputten Kuverts, verschobener Wahlwiederholung etc. Auch da haben sich Alle gegen Einen verbündet und ihn auf diese Weise auch erfolgreich verhindert.

Advertisements