Wie jämmerlich und rückgratlos ist doch der Umgang der EU- Politiker mit der Türkei bzw. mit Erdogan. Als der Flüchtlingsdeal mit ihm abgeschlossen wurde, da wurde er von den meisten bejubelt. Immerhin hat Erdogan mit dem Deal der EU erspart, die Außengrenzen zu sichern. Dazu ist sie ja weder fähig noch willens. Das Bejubeln wich aber massiver Kritik, als vor dem „Erdogan- Referendum“ türkische Politiker in der EU auf Wahlkampftournee unterwegs waren. Besonders hervorgetan hat sich da Holland, aber da gab es ja auch Wahlkampf und Rutte konnte mit seiner Vorgangsweise dem „Rechtsaußen“ Wilders ein paar Stimmen abjagen; nach der Wahl sah alles wieder ganz anders aus. Das türkische Referendum brachte einen knappen Sieg für Erdogan und das wiederum brachte für die EU- Politiker Bauchweh und Katzenjammer. Wurde vorher noch gepoltert wegen der von Erdogan angedachten Wiedereinführung der Todesstrafe, wegen der Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit, wegen der „Säuberung“ der Gerichte, der Polizei und des Militärs, wegen der Massenverhaftungen und wegen der Mißachtung der „Werte, geht es jetzt auch darum, ob die EU- Beitrittsverhandlungen abgebrochen werden sollen. Plötzlich zucken fast alle zurück. Nein, das könne man doch nicht machen, meinen plötzlich ein paar Missverstandene; der deutsche Außenminister geht seinen österreichischen Kollegen sogar frontal an wegen seiner Forderung nach einem Abbruch der Beitrittsverhandlungen.

Auch in Österreich wird es plötzlich trotz aufgetauchter Wählerlisten der Austro- Türken verdächtig ruhig um die vorher noch von fast allen Parteien angeprangerten illegalen Doppelstaatsbürgerschaften. Selbst unser werter Herr Bundespräsident meinte, deswegen entsteht doch niemandem Schaden. Meint er. Übrigens; die Türkei kriegt in den nächsten Jahren von der EU noch etwa 4,5 Milliarden Euro, ob die Beitrittsverhandlungen abgebrochen werden oder nicht. Diese vereinbarten Zahlungen sind angeblich nicht mehr zu stoppen. Mit der Weigerung, die Beitrittsverhandlungen abzubrechen, zeigt sich etwas ganz deutlich. Es zeigt sich, dass, wenn es drauf ankommt, eine widersinnige und gefährliche Erweiterung, die Aussicht auf einen großen Absatzmarkt und neue Siedler für ein orientalisches Europa höher eingestuft werden als die angeblich so hochgehaltenen „Werte“ und „Freiheiten“ der EU.

Advertisements