Die deutsche Kanzlerin Merkel besuchte jüngst Saudi- Arabien. Jenes geheimnisvolle und angeblich immer noch unermesslich reiche Land, in dem die Frauen immer noch nicht Auto fahren dürfen; höchstens mitfahren, und welches von der UNO jetzt den Vorsitz der UN- Kommission für die Rechtsstellung der Frau bekam. Jenes Land, in dem zwar oft, aber „nicht jeden Freitag geköpft“ wird und in dem ein Mädchenrat gegründet wurde, der aus 13 Männern besteht und in dem kein Mädchen oder keine Frau vertreten ist. Ein Kniefall der UNO vor dem Saudi- Geld. In dem Land hat sich Merkel – man staune – ohne Kopftuch mit dem König und anderen Würdenträgern der Familie Saud getroffen, um über Politik, Terror, Klimaschutz, Frauenrechte und natürlich über Geschäfte zu reden. Bei der Politik beispielsweise über den völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Jemen und die Syrien- Krise. Im Jemen sind es ja die Saudis mit Unterstützung der Briten, Amerikaner und anderer, die immer wieder Zivilisten bombardieren und in Syrien sind die Saudis dafür bekannt, dass sie den IS und andere Terror- und Rebellengruppen mehr unterstützen als bekämpfen. Sie sind auch dafür bekannt, dass sie in Ländern wie Österreich und Deutschland Moscheen finanzieren, ein „Dialogzentrum“ unterhalten und für die Verbreitung des Wahhabismus bzw. Salafismus sorgen; als Strategie zur Islamisierung und Radikalisierung Europas. Ein deutscher Konzern baut seit Jahren einen High- Tech- Grenzzaun um Saudi- Arabien, deutsche Polizisten bilden saudische Sicherheitskräfte aus und in Zukunft sollen saudische Militärs in Deutschland ausgebildet werden. Deutschland im Dienst für einen Gottesstaat. In einem Land, in dem es keine demokratischen Rechte gibt und nach deren Regeln. Es geht immerhin um viel Geld und weniger um „Rechte“ oder „Werte“. Die Menschenrechtsverletzungen der Saudis werden von Merkel ignoriert. Merkel dürfte sich dort wohlgefühlt haben, nähern sich doch auch in Deutschland manche Rechte und Freiheiten saudischen Standards an. direkte Waffengeschäfte sind bei diesem Besuch angeblich nicht abgeschlossen worden, obwohl über Panzerlieferungen spekuliert wurde und Patrouillenboote trotz Jemen- Krieg geliefert werden. Geschäfte gehen vor Moral, aber öffentlich spielt Merkel den Moralapostel.

Jetzt traf sich Merkel mit dem russischen Präsidenten Putin. Es ging um die Wirtschaft, um die Ukraine, um Syrien, um die Menschenrechte , um das Demonstrationsrecht etc. Merkel wollte auch hier den Moralapostel spielen und sich als globale Vertreterin der Menschenrechte geben. Erreicht hat sie im Grunde nichts, Putin wusste zu kontern. Merkel sprach, wie konnte es auch anders sein, die Befürchtung einer russischen Einflussnahme auf die deutsche Bundestagswahl im Herbst an; sicher ist sicher und man weiß ja nicht, wie die ausgeht. Dumm- dreist attackierte sie da Putin mit Hinweis auf die russische „hybride Kriegsführung“. Von einer Aufhebung der von ihr verteidigten Russland- Sanktionen war keine Rede, am Ukraine- Konflikt ist für Merkel allein Russland schuld und im Syrien- Krieg wird Russland gerügt, weil es den IS und andere Terror- Gruppen erfolgreich bekämpft sowie Präsident Assad unterstützt.

Auch hier: Ideologie nach westlicher Sichtweise zählt; ob richtig oder nicht. Merkel führte sich als Hüterin der Moral auf.

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