Vor der libyschen Küste herrschte vergangenes Wochenende wieder einmal Hochbetrieb. Wie zu lesen ist, wurden bei Dutzenden Einsätzen von Schiffen der Küstenwache, der Marine, der EU- Grenzschutzbehörde Frontex und von NGO´s binnen zwei Tagen rund 6.000 „Flüchtlinge gerettet“, weitere Schiffe sind unterwegs Richtung Sizilien bzw. italienisches Festland. Zum Osterwochenende wurden sogar 8.500 „gerettet“. In dem Zusammenhang ist eine Meldung in englischsprachigen Medien äußerst interessant und aufschlussreich. Laut der Flüchtlingsbehörde der Vereinten Nationen, UNHCR, sind im Jahr 2016 insgesamt 181. 436 sogenannte „Flüchtlinge“ über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Die Hälfte von denen, mehr als 90.000, beantragte in Italien jedoch gar kein Asyl; sie blieben als illegale Einwanderer im Land. Warum kein Asylantrag gestellt wurde, interessiert die Behörden anscheinend nicht. Es interessiert sie anscheinend auch nicht, wovon diese Leute leben, wo sie sich aufhalten und wo sie hinkommen. Es ist aber zu vermuten, dass sich ihre „Wunsch- Zielländer“ in Mitteleuropa befinden. Knapp 92.000 der Zuwanderer stellten einen Asylantrag. Von denen wurden etwa 60 Prozent, nämlich mehr als 54.000, abgelehnt. Knapp 19.000 wurde „humanitärer Schutz“ gewährt und knapp 13.000 erhielten „grundlegenden Schutz“.

Mehr als 181.000 Ankömmlinge wurden registriert und von denen bestand bei etwa 3 Prozent Anspruch auf Asyl. Das muss man sich einmal durch den Kopf gehen lassen; 97 Prozent sind somit Wirtschaftsflüchtlinge oder sind auch wegen z. B. drohender Strafverfolgung durch die Behörden geflüchtet. Damit ist aber noch lange nicht gesagt, dass diese 181.436 „Flüchtlinge“ tatsächlich alle sind, die über das Mittelmeer nach Europa kamen. Das ist die Zahl der Registrierten und es ist nicht auszuschließen, dass noch Tausende kamen, ohne registriert zu werden. Die italienische Partei „Lega Nord“ will jetzt die italienische Regierung sowie Marine und Küstenwache klagen. Es heißt dazu: „Jetzt ist klar, dass die illegale Einwanderung organisiert und finanziert wird…“ Von Jänner bis Anfang Mai 2017 kamen übrigens schon etwa 37.000 Menschen über das Mittelmeer und die „Hauptsaison“ hat noch gar nicht begonnen. Bei einer Anerkennungsquote als Flüchtling von etwa 3 Prozent muss man sich übrigens die Frage stellen, warum in der Politik und in den Medien der Begriff „Flüchtling“ nicht abgeschafft und generell durch „Migrant“ ersetzt wird. Das wäre ehrlicher, aber Ehrlichkeit ist bei dem Thema nicht gefragt.

UNHCR- Bericht:

deutscher Artikel (mit Links):

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