Die USA sind dabei, mehrere große Waffengeschäfte mit Saudi- Arabien abzuschließen. Diese Waffendeals sollen ein Volumen von etwa 100 Milliarden Dollar haben. Ein gewaltiges Geschäft für die Amerikaner und Präsident Trump zeigt sich auch erkenntlich; seine erste Auslandsreise führt ihn zu den Saudis. Trumps Vorgänger Obama hat mit dem Iran noch den „Atom- Deal“ abgeschlossen, den aber Präsident Trump nicht unbedingt einzuhalten gedenkt; er hält ihn für den „schlechtesten Deal aller Zeiten“. Der ist außerdem gar nicht rechtskräftig, da ihn der US- Senat nicht ratifiziert hat. Trump hat den Iran zum Hauptfeind der USA erklärt. Das ist, neben dem guten Geschäft, auch der Hauptgrund, dass er die Saudis massiv aufrüstet. Es soll eine geschlossene Front der Golfstaaten plus Israel gegen den Iran aufgebaut werden. Eine falsche und gefährliche Strategie. Die USA sehen nämlich ihre Interessen in Syrien, im Jemen, im Irak und selbst im Libanon durch den Iran bedroht. Es geht also wieder einmal um Interessen und da soll eben auch durch einen noch größeren Krieg die ganze Region verwüstet werden, wenn es den Interessen dient. Es wird, wenn es dazu kommen sollte, aber auch ein Religionskrieg innerhalb des Islam, bei dem es dann um die Vorherrschaft zwischen den Saudis als Führer der Sunniten und dem Iran als Führer der Schiiten gehen wird. Die Saudis sehen sich ja als die wahren Vertreter des Islam und betrachten den Iran als ihren Erzfeind. Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gehört z. B. zu den Sunniten. Sie wird deswegen von den Saudis eher unterstützt als bekämpft. Außerdem kämpft der IS gegen Syrer und Iraner, da diese Schiiten sind und „der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Die Saudis wollen aber nicht nur in Nahost ihre religiöse Dominanz ausbauen. Bestärkt durch das Wohlwollen der USA, wollen sie mit ihren „Petrodollars“ auch den Rest der Welt missionieren und beeinflussen. Indonesien, der weltgrößte muslimische Staat und bisher ein Musterbeispiel an religiöser Toleranz, entwickelt sich immer mehr zu einem radikalislamischen Staat. Der Einfluss der Saudis macht sich bemerkbar. In Europa ist Gleiches zu beobachten. Durch die Finanzierung und den Bau von Moscheen und Koranschulen, durch Prediger (Hassprediger“), durch Koranverteilungen, durch Anwerbungen für den Dschihad wird der Radikalislam gefördert; die europäischen Regierungen üben sich in „Toleranz“ und „Offenheit“ und schauen dem Treiben meist tatenlos und mit großen Augen hilflos zu. Eine Umwandlung der Gesellschaft wird bestritten.

Die Strategie der USA, die Saudis aufzurüsten, ist also in doppelter Hinsicht eine falsche Strategie. Aber sie ist die Folge der US- Interessen.

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