Vor ein paar Tagen erst hat der ÖVP- Chef und Vizekanzler Mitterlehner das Handtuch geworfen und jetzt hat es ihm die Grünen- Chefin Glawischnig nachgemacht. Sie ist von allen Funktionen zurückgetreten. Naja, in letzter Zeit hatte sie es ja wirklich nicht leicht und vor ein paar Wochen war sie gesundheitlich angeschlagen und  wegen einer Allergie sogar kurzfristig außer Gefecht. Nicht leicht hatte sie es politisch. Die Umfragewerte waren nicht gerade berauschend; die Grünen dümpeln bestenfalls auf gleichbleibendem Niveau dahin. Die grüne Vizebürgermeisterin in Wien löst alles andere als Begeisterungsstürme in der Bevölkerung aus, da hilft auch griechischer Wein nichts mehr. Der nicht gerade hoffnungsvolle Nachwuchs, die „Jungen Grünen“, haben sich zu „Jungen Gfrastern“ entwickelt; sie hat sie aus der Partei werfen müssen. Parteiintern wurde sie teils offen, teils versteckt, angezählt. Mit der Homo- Ehe lockt man auch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor und ihre so innig geliebten „Schutzsuchenden“ schaffen es trotz aller Totschweige- Versuche der „Einzelfall- Schandtaten“ doch ziemlich oft in die Medien. Das sind alles deprimierende Fakten; das kann sich auf das Gemüt schlagen. Ihr ehemaliger Parteifreund und Klubobmann der Grünen, der heutige parteifreie Bundespräsident, hat sie auch in Bedrängnis gebracht mit seinem unüberlegten Kopftuch- Sager. Dass sie ihm da nicht widersprechen konnte, ist aus grüner Sicht ganz klar. Sie konnte ihm aber öffentlich auch nicht zustimmen; sie hätte damit wahrscheinlich sogar grüne Wähler vergrault. Also tat sie das einzig mögliche und sagte gar nichts, auch wenn es ihr wahrscheinlich schwer fiel. So gesehen könnte man schlußfolgern, dass ihr Freund „Sascha“ Van der Bellen mitschuldig ist an ihrem Rücktritt.

Advertisements