Bis jetzt haben sich die Nachrichtenagenturen und die internationalen Medien meines Wissens nach nur ein einziges Mal nicht nur positiv über den US- Präsidenten Trump geäußert, sondern sind vor Begeisterung fast ausgeflippt. Das war, als Trump den Raketenangriff auf einen syrischen Militärflugplatz anordnete. Mag schon sein, dass Trump einen alternativen und unüblichen Regierungsstil bevorzugt; auf jeden Fall kann er sicher sein, regelmäßig von den Medien attackiert zu werden. Jetzt war es wieder einmal so weit. Trump wird Geheimnisverrat vorgeworfen. Was ist passiert? Der russische Außenminister war zu Besuch bei Trump und bei den Gesprächen ging es auch um Themen, die unter die höchste Geheimhaltungsstufe fallen, die als „streng geheim“ gelten. Da ging es z. B. um Details, die den IS betreffen.

Jetzt möchte man ganz naiv meinen, es sei doch eine gute Sache, wenn sich die USA und Russland im Kampf gegen den IS verbünden und Informationen austauschen. Mit den neuesten Informationen wäre der gemeinsame Feind IS doch wirkungsvoller zu bekämpfen. Wie die Reaktionen auf Trumps „Verrat von Staatsgeheimnissen“ zeigen, ist das aber ein Denkfehler. Man kann jetzt darüber grübeln und sinnieren, ob die Preisgabe der gleichen Informationen z. B. an den britischen Außenminister die selben Reaktionen ausgelöst hätten. Oder auch darüber, ob es darum geht, dass die IS- Terroristen weiterhin von den USA gedeckt werden sollen. Oder darüber, dass eventuell Informanten enttarnt werden könnten. Darum, dass vielleicht IS- Terroranschläge verhindert werden könnten, geht es anscheinend gar nicht.

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