Im Sozialbereich wird es mit Sicherheit nach der Wahl zu gravierenden und tiefgreifenden Veränderungen kommen, wobei Veränderung in dem Fall Einsparung heißt. Es geht auch um die Notstandshilfe, die nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes bezahlt wird.  Aus dem Grund hat die ÖVP Untersuchungen und Rechenmodelle in Auftrag gegeben. Es soll unter anderem das deutsche Hartz- 4- System auf Österreich umgelegt werden. Es wird davon ausgegangen, dass, egal wie eingespart wird, eine Milliarde eingespart werden soll. Neben dem Zwang, Einsparungen vorzunehmen, sollen Arbeitslose mehr oder weniger gezwungen werden, auf Grund der niedrigen finanziellen Unterstützung irgend eine Beschäftigung anzunehmen; so es denn überhaupt freie Stellen gibt. Ob zumutbar auf Grund der Möglichkeit, zum Arbeitsplatz zu kommen oder z. B. auch, weil ein Kind zu versorgen ist, wird dann wohl nicht mehr so eng gesehen werden.

Das wird für die Betroffenen schon schlimm genug, es wird aber noch schlimmer kommen. Hartz- 4 ist darauf aufgebaut, dass es Unterstützung erst dann gibt, wenn die Betroffenen wirklich „am Boden“ sind. Wer Jahre oder Jahrzehnte seine Sozialversicherung inklusive Arbeitslosenversicherung bezahlt hat und arbeitslos geworden ist, der ist gut bedient, wenn er immer von der Hand in den Mund lebte, nichts gespart hat und nichts besitzt. Dann wird dem staatlichen Almosen namens Hartz- 4 nichts im Wege stehen. Gibt es aber Geld auf der hohen Kante, Eigentumswohnung oder eigenes Haus, Bausparverträge, Lebensversicherungen etc., schaut die Sache anders aus, auch wenn Beiträge eingezahlt wurden.  Bevor diese“Vermögen“ nicht verbraucht sind, gibt es nichts. Auch ein eigenes Auto kann sich als großes Hindernis herausstellen. Gerade bei den „Vermögenswerten“ ist es dann unerlässlich, dass der Bittsteller ein „gläserner Bürger“ ist. Der Staat will ja mit Sicherheit wissen, dass nicht irgendwo irgendwas versteckt ist, es wäre ja sonst ein missbräuchlicher Bezug von „Sozialleistungen“. Da niemand vor (Langzeit-) Arbeitslosigkeit gefeit ist, kann man Jungen nur raten: Nur in Miete wohnen, nichts sparen und nur Leasing- Auto. Diesen Rat, allerdings auf sich selbst bezogen, hörte ich vor Jahren von einem deutschen Arbeitskollegen.

Dass es im Gebälk des österreichischen Sozialwesens verdächtig zu knirschen begonnen hat, ist nicht besonders verwunderlich. Da ja eine unüberschaubare Menge an Leuten in Österreich  eine sehr soziale Rundum- Versorgung genießt, ohne je einen einzigen Euro ins System eingezahlt zu haben und das Geld bekanntlich nicht auf Bäumen wächst und auch nicht vom Himmel fällt, ist logischerweise einmal Ebbe in der Kasse. Diese Ebbe kann von den – meist einheimischen – Beitragszahlern und Systemerhaltern kaum mehr in eine Flut verwandelt werden.

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