Seit die ersten ernst zu nehmenden Hinweise auftauchten, dass zum Vorteil von Staat bzw. EU und Banken das Bargeld abgeschafft werden soll, meldeten sich auch Verteidiger des Bargelds zu Wort. Ob die Wortmeldungen dazu aus der Politik ernst gemeint, nur Wahlkampfgetöse oder Selbstinszenierung waren oder sind, sei dahingestellt. Es wurde jedenfalls auch ein verfassungsrechtlicher Schutz von Bargeld, als Bundesgesetz, gefordert. Dabei sind ja auf Euro lautende Banknoten und Münzen laut Bundesgesetz gesetzliche Zahlungsmittel. Andere Leute wiederum, dazu gehört auch der Notenbank- Gouverneur, wurden nicht müde zu betonen, dass in Österreich kein Mensch daran denke, das Bargeld einzuschränken oder gar zu verbieten. Nur: Was ist mit dem 500- Euro- Schein und vielleicht auch bald mit dem 200er? Der Notenbank- Chef sagte allerdings auch, dass eine generelle Abschaffung des Bargeldes derzeit kein Thema sei. Betonung auf: Derzeit kein Thema! Das Thema ist also nicht vom Tisch.

Die geforderte Absicherung des Bargeldes per Verfassungsgesetz wurde von der Regierung jedenfalls abgelehnt. Als Begründung hieß es bei einer Anfragebeantwortung aus dem Finanzministerium, dass dies nicht möglich sei. „Praktisch würde eine nationale (Verfassungs- ) Bestimmung zum Schutz des Bargeldes jedoch im Falle einer entsprechenden EU- Rechtsänderung ohnehin ins Leere laufen, weil sie dann vom Unionsrecht überlagert und ausgehebelt würde“….“Aus verfassungsrechtlicher Sicht ist die Zulässigkeit eines national verankerten Schutzes des Bargelds kompetenzrechtlich äußerst fraglich“, so Finanzminister Schelling. Es fehlt also der Wille zum Schutz des Bargeldes. Vom Finanzministerium heißt es trotzdem: „Wir sind für den Erhalt von Bargeld. Wir setzen uns auf EU-Ebene auch dafür ein, dass das Bargeld erhalten bleibt“. Es ist eine Tatsache: Nur Bargeld kann dem Zugriff von Staat, EU und Banken entzogen werden; bei drohenden Sonderabgaben z. B. für Schuldenabbau oder bei den Gebühren und Spesen. Auch die Deutschen sind übrigens laut Umfragen mehrheitlich gegen ein Bargeldverbot.

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