In der Politik passieren beinahe unglaubliche Sachen. Man möchte ab und zu fast meinen, man sei im Film. Oder bei Dreharbeiten. Bei einigen Sachen möchte man wirklich meinen, sie seien als Folge einer Regieanweisung (aus dem Hintergrund) passiert. So wie letztens, als der deutsche Finanzminister Schäuble sagte, er sehe in der steigenden Zahl der Muslime in Deutschland eine Chance und Christen und auch alle anderen Menschen in der Bundesrepublik könnten von ihnen lernen. Er bekräftigte auch seine Aussage, dass der Islam ein Teil Deutschlands sei. So manche Deutsche werden da über Schäuble ein wenig verwundert gewesen sein, obwohl sie ja von ihm einiges gewohnt sind. Kurz vor dem Islam- Sager verhöhnte er z. B. in einem Interview die deutschen Steuerzahler. Er sprach sich da gegen Steuersenkungen aus und richtete den Steuerzahlern aus, dass Geld nicht alles ist.

Fast zeitgleich mit Schäubles Islam- Sager und kurz nach dem Manchester- Anschlag bezeichnete der deutsche Innenminister de Maiziere am Evangelischen Kirchentagden Islam als „Kitt der Gesellschaft“. Allerdings müsse der Islam „demokratisch, europäisch und aufgeklärt“ sein. Der ist aber bis jetzt nicht zu finden und ein syrisch- deutscher Politikwissenschaftler beurteilt diesen „Euro- Islam“ als gescheitert. Trotzdem fordert Außenminister Kurz genau einen solchen „Islam europäischer Prägung“ und vielleicht hat er deswegen, wiederum fast zeitgleich mit den deutschen Politikern, mit einem Tweet ein wenig für Irritationen gesorgt. Am 25. Mai, am Feiertag Christi Himmelfahrt, postete Kurz nämlich: „Wünsche allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten Ramadan“. Den Christen wünschte er keinen gesegneten Feiertag.

Schäuble, de Maiziere und Kurz haben fast zeitgleich und öffentlich dem Islam gehuldigt. Kann das Zufall sein? Auch beim G7- Gipfel ging es in die gleiche Richtung. Da hat aber der US- Präsident Trump nicht mitgespielt.

Advertisements