Beim Pflanzengift Glyphosat geht es in den nächsten Wochen in der EU um eine Verlängerung der Zulassung oder um ein Verbot und Gegner wie Befürworter setzen zum Endspurt an. Die Befürworter, das sind der Monsanto- Konzern und andere Firmen als Produzenten, die EU- Kommission, die Lobbyisten des Pflanzengiftes und auch viele EU- Abgeordnete. Die Gegner sind Konsumenten- und Umweltschützer, die auch mit einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) schon fast 1 Million Unterschriften gegen das wahrscheinlich krebserregende Pflanzengift gesammelt haben. Mit 1 Million muss die EU- Kommission die EBI ganz offiziell anhören.

Die EU- Kommission will also vorschlagen, das Pflanzengift für weitere 10 Jahre zuzulassen. Dabei stand es schon immer unter Verdacht, krebserregend zu sein. Allerdings hat die EFSA (European Food Safety), die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, genau das Gegenteil behauptet. Auch die ECHA, die Europäische Chemikalienagentur, wie EFSA auch eine Behörde der EU, bescheinigte Glyphosat, nicht krebserregend zu sein. Die EU- Kommission will also eine Verlängerung der Zulassung vorschlagen und zwei EU- eigene Behörden unterstützen sie dabei. Jetzt haben aber Forscher nachgewiesen, dass die EU- Behörden in Studien Krebsbefunde „übersehen“ haben. Die Behörden rechtfertigen sich damit, sie hätten „auf die statistischen Auswertungen in den Herstellerstudien vertraut“. Diese Agenturen lassen sich also Studien der Hersteller in die Hand drücken und geben mit wichtiger Miene deren Ergebnis als amtliches Ergebnis weiter. Die Haltung von ECHA ist ohnehin sehr zwiespältig. Deren Experten geben zwar zu, dass Glyphosat schwere Augenschäden verursacht und giftig für das Wasser- Ökosystem ist- „mit lang anhaltenden Folgen“, aber offiziell nicht krebserregend. Durch die jetzt aufgedeckten, von den Behörden „übersehenen“ Krebsbefunde erhöhen sich diese auf 21 Befunde in den Studien. Ein EU- weites Verbot des Giftes ist Pflicht, nicht eine Zulassungsverlängerung!

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