Das österreichische Bundesheer war Ende Februar sehr stolz darauf, 15 Elitesoldaten des Jagdkommandos zur EU- Mission „Sophia“ schicken zu dürfen. Diese Mission mit dem geschwollenen Namen EUNAVFOR MED Mission „Sophia“ soll eigentlich die EU- Außengrenze schützen, verdächtige Schiffe kontrollieren und Menschenschmugglern das Handwerk legen. Bei dieser Aufgabe sind Soldaten von 20 Staaten, darunter auch Österreich, dabei. Es wurden seit Oktober 2015 auch einige hundert Schlepperboote zerstört und ein paar Schlepper festgenommen. Allerdings hieß es schon vor einem Jahr in einem britischen Ausschussbericht: „Die Operation „Sophia“ erfüllt ihre Aufgabe nicht und, das ergänzen wir noch, wird es auch nicht können“. Für die Flüchtlinge sei die Überfahrt nach Europa gefährlicher geworden, da die Schlepper wegen der Zerstörung der Holzboote auf Schlauchboote umgestiegen seien und wegen des „erweiterten Angebotes“ an Rettungsschiffen durch „Sophia“, NGO`s und Küstenwachen mehr Flüchtlingsboote losschicken. Es heißt auch, „Sophia“ habe gleichwohl „wenig Aussicht“ darauf, den Schleusern das Handwerk zu legen, solange es keine Unterstützung einer stabilen libyschen Regierung gebe. Warum Libyen ein gescheiterter Staat ist, ist hinlänglich bekannt.

Jetzt sind die 15 Elitesoldaten von der EU- Mission im Mittelmeer zurückgekehrt. Das Medieninteresse hielt sich diesmal aber in Grenzen und dem Bundesheer ist die Lust vergangen, sich um weitere Einsätze zu bewerben. Unter anderem, weil die Soldaten kaum eingesetzt wurden. Inoffiziell heißt es, „Sophia“ ist eine Förderaktion für die Schleppermafia. Damit wird bestätigt, dass nicht die Sicherung der EU- Außengrenze im Vordergrund steht, sondern die Migration nach Europa. Im britischen Bericht heißt es dazu, dass die Suche und Rettung von Flüchtlingen erfolgreich sei.

Jetzt soll die libysche Küstenwache das Problem der EU lösen, aber auch hier geht nichts weiter. Die EU will libysches Personal ausbilden. Von der libyschen Regierung werden aber keine Rekruten geschickt und so läuft es weiter wie gehabt: Es wird nach Italien „gerettet“. Der libyschen Küstenwache möchte man allerdings schon zutrauen, vor ihrer Küste in Seenot geratene Flüchtlinge retten und nach Libyen zurückbringen zu können.

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