In Spanien hat die Banco Popular mit gewaltigen Problemen zu kämpfen. Das sind faule Immokredite um 37 Milliarden Euro, Milliardenverluste und ein Kursverlust von 40 Prozent in einer Woche. Die Regierung hat, was sonst, zu beruhigen versucht. Stresstest bestanden und eine Abwicklung der Bank sei nicht zu erwarten. In Italien stehen zwei Banken vor der Pleite; Finanzinvestoren lassen die Finger davon und sind nicht bereit, Geld hinein zu pumpen. Allerdings müssen die Banken mehr als eine Milliarde auftreiben, bevor die EU- Kommission staatliche Hilfe für die Banken genehmigt. Dabei wurden von einem Rettungsfonds im letzten Jahr schon mehrere Milliarden aufgebracht, aber das Finanzloch wird immer größer. Eine andere italienische Krisenbank, die Monte Dei Paschi, die älteste Bank der Welt, darf jetzt vom Staat gerettet werden. Die EU- Kommission hat dem Rettungsplan der italienischen Regierung zugestimmt. Der Staat, also der Steuerzahler, wird etwa 7 Milliarden für die „Rettung“ locker machen und einen Großteil der Bank übernehmen.

Gerade in Spanien und Italien sind sehr viele Banken in Bedrängnis und richtig gut schaut es am Bankensektor in der Eurozone nirgends aus. Staaten mit einem wirklich gesunden Bank- und Finanzwesen gibt es zumindest in der Eurozone ja schon lange nicht mehr. Die großen und in den Medien präsenten Fälle sind nur die Spitze des Eisberges und die Verlierer sind wie immer die Steuerzahler. Die Staaten mit den größten Finanzproblemen, da gehört auch Frankreich dazu,  fordern immer heftiger eine Transfer- Union, damit die Schulden und Bankprobleme auf noch einigermaßen gesunde Staaten abgewälzt werden können. Wenn sich die EU- Kommission zu diesem Schritt überreden lässt, dann bricht sie wieder einmal ihre eigenen Regeln. Das ist nämlich genau das Gegenteil der „No- Bailout- Klausel“, die vor Jahren groß in die angeblich heile EU- Welt hinausposaunt wurde. Es wäre wieder einmal ein Betrug am zahlenden EU- Bürger, der für Dummheit und politische Verblendung zur Kassa gebeten werden soll. Es würden auch die Finanzprobleme nicht gelöst, sondern nur verschleppt und vergrößert.

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