Bis jetzt war der Iran als sicheres Reiseland bekannt; es wurde betont, dass dort Frauen unbehelligt allein reisen können. Terrorattacken waren bis jetzt eher unbekannt. Jetzt gab es aber dort Anschläge mit Toten und Verletzten, die der IS für sich reklamiert. Die Attentäter kamen, wie berichtet wird, getarnt als verschleierte Frauen. In der westlichen Welt wurden bis jetzt religiös motivierte Attentate im Namen Allahs von sunnitischen Moslems unter Allahu Akbar- Rufen (Gott ist am größten) ausgeführt und die sollten als Rache für die vom Westen geführten Kriege in den islamischen Staaten gesehen werden. Anschläge, so wie jetzt im Iran oder zum Teil auch im Irak dürften hingegen als Religionskrieg gegen die Schiiten gesehen werden. Neu ist, dass sich Terroristen als verschleierte Frauen verkleiden, um ihr Ziel zu erreichen. Warnungen vor einem solchen Szenario gab es ja bei uns schon, aber sie wurden als islamophob eingestuft oder als komplett überzogene Schwarzmalerei lächerlich gemacht. Jetzt hat sich gezeigt, dass solche Warnungen nicht unberechtigt sind und ein Verbot der Gesichtsverschleierung nicht unbegründet ist.

P. S.: Als ich im Iran unterwegs war, bekam ich keine einzige verschleierte Frau zu sehen. Die meisten Frauen waren mit dem Kopftuch bekleidet, welches besonders von den jungen Frauen sehr dekorativ getragen wurde. Ein Teil der meist älteren Frauen trug den Tschador, der das Gesicht frei ließ. Die mit Burka und Niqab bekleideten (verhüllten) Frauen bekam ich wieder am Frankfurter Flughafen zu sehen. Ja, und kaum in Teheran zum Flug nach Europa gestartet, haben die iranischen Frauen das Kopftuch abgenommen.

Advertisements