Verteidigungsminister Doskozil ist nach Ungarn gereist, um sich mit seinem ungarischen Amtskollegen „auszutauschen“ und die Arbeit der österreichischen Soldaten an der ungarisch- serbischen Grenze zu begutachten. Gegenüber Medien verteidigt Doskozil den umstrittenen Einsatz und sagt: „Die Westbalkan- Route ist nicht zur Gänze geschlossen, der Flüchtlingsstrom ist lediglich geringer geworden“. Deshalb muss die Grenzsicherung aufrecht bleiben. Der Einsatz der österreichischen Soldaten sei „immens wichtig“, und zwar „jetzt und auch in Zukunft“, wie der Minister sagt. Durch die Grenzsicherung in Ungarn sei der Migrantenstrom um 96 Prozent zurückgegangen oder wie es anderswo heißt, massiv zurückgegangen. Und trotzdem kommen noch Tausende über die ungarische Grenze zu uns. Egal, ob man zum Brenner schaut oder nach Ungarn: Irgend etwas stimmt doch nicht. Von Ungarn kommen Tausende, genau so wie über den Brenner und die, die uns Deutschland zurückschickt, sind ja auch durch Österreich durchgereist. Da geht doch was daneben von wegen Kontrollen und effektiver Außengrenzsicherung; das ist immer noch „Tag der Offenen Tür“ und zum Jahresende wundert man sich, weil trotzdem die Asyl- Obergrenze nicht erreicht wird. Wenn Außenminister Kurz jetzt versucht, mittels internationaler Zusammenarbeit die Mittelmeer- Route zu schließen, dann ist das auch in Wahlkampfzeiten zu befürworten. Wenn Kanzler Kern einen solchen Vorschlag aber als „populistischen Vollholler“ abtun will, dann hat man den Eindruck, dass er trotz Wahlkampfzeiten was gegen einen Migrantenstop hat. Er möchte aber trotzdem wieder Kanzler werden.

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