Eines der interessantesten Themen der österreichischen Innenpolitik ist momentan die Farbgestaltung einer zukünftigen Koalition. Für diese Gedankenspiele ist die FPÖ der Zankapfel zwischen Rot und Schwarz. Beide wollen plötzlich mit den Blauen im Regierungsboot sitzen; die Freiheitlichen sollen natürlich nur die Mehrheitsbeschaffer sein und die Sündenböcke, wenn was schief geht. Bei der ÖVP hat niemand was gegen solche Planspiele, bei der SPÖ schaut es da schon ganz anders aus. Da gibt es Streitereien, die sich gewaschen haben und eine handfeste Rauferei soll es auf der politischen Bühne wegen einer Regierungsbeteiligung der FPÖ mit den Roten auch schon gegeben haben. Einige junge wie auch alte Betonköpfe (die dürften wirklich sonst nichts drinnen haben) wollen die 30jährige Ausgrenzung der FPÖ seit Vranitzkys Zeiten konsequent fortsetzen. Ohne Wenn und Aber. Die Dunkelroten befinden sich da in guter schlechter Gesellschaft, denn auch die Grünen verbeißen sich mangels besserer Ideen im Feindbild FPÖ. Das Wahlziel und fast schon alleiniges Wahlprogramm ist es, eine Regierungsbeteiligung der FPÖ zu verhindern. Was anderes und geschweige denn was besseres fällt denen anscheinend nicht ein.

Was bilden sich diese – ja, was sind denn diese Roten und Grünen jetzt, eigentlich ein? Diese Arroganz, diese Selbstherrlichkeit, diese Abgehobenheit ist ungeheuerlich. Sie meinen wohl, das Maß der Dinge zu sein in Sachen politischer Korrektheit und meinen, bestimmen zu können, wie jemand zu denken und zu handeln hat. Dieses vom Staatsbürger und Steuerzahler sehr gut bezahlte Personal eben dieser Staatsbürger und Steuerzahler vermeint mit der größten Selbstverständlichkeit, etwa ein Drittel der Wähler ausgrenzen zu können, sie beleidigen und verunglimpfen zu dürfen und sie ins rechte Eck drängen zu müssen. Diesen Pharisäern und Heuchlern, die gerne von Demokratie und demokratischen Werten sprechen, dürfte ihre undemokratische, eigentlich antidemokratische Vorgangsweise völlig egal sein. Oder es ist ihnen nicht bewusst, dass die FPÖ eine Partei ist, deren Mandatare nach demokratischen Regeln gewählt wurden. Gewählt von österreichischen Staatsbürgern, die auch entscheiden dürfen und können, rot oder grün oder sonst was oder wen zu wählen, das aber aus persönlichen Gründen nicht tun.

Advertisements