In Hamburg findet der G- 20- Gipfel statt. Die Stadt oder zumindest Teile davon werden zur Hochsicherheitszone erklärt und damit beginnen die Probleme. Bürgerrechte werden außer Kraft gesetzt und viele Bewohner der betroffenen Gebiete müssen froh sein, ihre Häuser oder Wohnungen noch einigermaßen ungehindert betreten oder verlassen zu können; die Zu- oder Abfahrt mit ihren Fahrzeugen ist noch problematischer. Wie üblich gibt es bei diesem Schaulaufen der Macht und der Wirtschaft auch berechtigte und weniger berechtigte Demonstrationen und die sind das nächste Problem. Die sollen ordnungsgemäß stattfinden können und dürfen, wie es vom deutschen Grundrecht für Versammlungsfreiheit zugesichert wird. Jetzt stellt sich aber die Frage, wo die bis zu 100.000 erwarteten Gegner des Gipfels nächtigen können. In einem sich anbietenden Park, in dem im Herbst ein großes Open- Air- Konzert stattfindet, wird es wegen des Schutzes der Grünanlagen untersagt. Man möchte die Protestierer ganz einfach nicht in der Stadt haben und will deshalb auch kein Protestcamp. Als Draufgabe gibt es eine riesige Sperrzone im Herzen Hamburgs, die gleich einmal zur „schlaffreien Zone“ erklärt wird. Wenn man sich anschaut, was alles neben den friedlichen Demonstranten mit ihren berechtigten Sorgen sonst noch antanzt, muss man schon nachdenklich werden. Bei diesen gar nicht friedlichen Gruppen wird auf Eskalation gesetzt und wenn es da ein Bündnis mit dem Namen „Welcome to Hell“ gibt, dann ist alles ziemlich klar. Auf der anderen Seite sind Hamburger Senat und Polizei auch nicht zimperlich und sind auf Konfrontationen eingestellt. Auf der Strecke bleibt das deutsche Grundgesetz und die Hamburger Bevölkerung. Die wird das kaum vermeidbare Chaos erdulden müssen.

Österreich gehört zwar nicht zu den G- 20- Mitgliedern, aber eine Frage muss trotzdem erlaubt sein: Warum, verdammt noch einmal, wird dieses die Öffentlichkeit provozierende Treffen, genau so wie das G-7 oder G- 8- Treffen oder das Bilderberger- Treffen oder ähnliche elitäre Veranstaltungen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, nicht irgendwo in den Weiten des Ozeans auf einem Flugzeugträger abgehalten? Durch einen Geleitkonvoi in Flottenstärke wäre die Sicherheit garantiert und die Bewohner einer Stadt bräuchten sich nicht von Regierung, Polizei und Militär drangsalieren und von gewalttätigen Randalierern terrorisieren lassen.

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