Ein alter Bürospruch lautet: Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden. Auf Grund aktueller Anlässe kann der Spruch jetzt abgeändert werden auf: Gefährlich wird es, wenn die EU- Erweiterungs- Träumer fleißig werden. Da ist einmal der zu Ende gegangene EU- Ukraine- Gipfel in Kiew. Bei dem sollten ja die Beziehungen zwischen der EU und dem korrupten Pleitestaat Ukraine vertieft werden. Das heißt, verständlich formuliert, dass die Ukraine um, jawohl, um jeden Preis, zur EU gezogen wird. Damit die Ukrainer ja nicht in Versuchung kommen, sich irgendwann wieder Russland anzunähern. Der Beitrittsprozess für eine NATO- Mitgliedschaft wurde auch schon eingeleitet und ein Antrag für eine EU- Mitgliedschaft ist sicher nur eine Frage der Zeit. Ist zwar noch nicht lange her, dass eine Mitgliedschaft der Ukraine in den nächsten Jahren kategorisch ausgeschlossen wurde, aber solche Äußerungen sind meist schon ungültig, sobald sie ausgesprochen sind. Seit Mitte Juni brauchen Bürger der Ukraine auch kein Visum mehr, wenn sie in die EU reisen wollen. Beim EU- Ukraine- Gipfel hat EU- Ratspräsident Tusk dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko das ratifizierte Assoziierungsabkommen mit der EU übergeben, welches am 1. September endgültig in Kraft treten wird; ein weiterer Schritt in Richtung EU.

Da ist aber auch der Mini- Gipfel, die Westbalkan- Konferenz in Triest. Auf EU- Seite nahmen Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich daran teil, der Balkan war mit Albanien, Bosnien- Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien vertreten. Es ging um eine weitere Annäherung dieser Staaten an die EU, das heißt um einen baldigen Beitritt. Das wurde auch deutlich gemacht in der Abschlusserklärung des Gipfels. Darin hieß es, die Zukunft dieser Staaten liege in der EU. Ziel sei es, die traditionellen Konflikte zwischen diesen Ländern mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit zu entschärfen. Großzügige EU- Förderungen also gegen traditionelle Konflikte, zu denen heute noch Blutrache und Ehrenmorde gehören sowie Korruption, organisierte Kriminalität usw. Dazu kommt noch, dass der Islamische Staat, der IS also, in Bosnien schon heimisch geworden ist und angeblich Ausbildungslager betreibt. Bei einigen dieser Staaten läuft ja das EU- Beitrittsprozedere schon, die anderen wollen so schnell wie möglich damit beginnen. Dass diese Staaten teils noch Lichtjahre davon entfernt sind, in jeder Hinsicht beitrittsreif zu sein, wird von den Erweiterungsfanatikern geflissentlich übersehen. Sie haben nur ein selig verklärtes Lächeln im Gesicht, wenn sie an die Erweiterung und somit an Geschäfte und Exporte denken. An die kommenden Probleme denken sie nicht oder sie sind ihnen egal. Was treibt diese Menschen nur zu ihrem Handeln?

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